Der Juwelier Christof Lachenmann aus Augsburg hat sich einen Traum erfüllt und ist mit seinem Rad zum Nordkap geradelt. Was er dabei erlebt hat, erzählt er im inviva-Talk um 11.30 Uhr.

Beweglichkeit ist wichtig, um am heutigen Leben teilnehmen zu können. Das gilt sowohl für die Überwindung von Strecken mit verschiedenen Verkehrsmitteln als auch für die geistige Beweglichkeit. Beide Aspekte decken die Beiträge auf der sechs+sechzig Bühne am Thementag Mobilität (1.2.) auf der inviva-Messe ab.

Gerade erst hat der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. einen Erfolg verbucht. Sein langes Ringen um die Barrierefreiheit von Fernreisebussen führte dazu, dass seit Jahresbeginn zwei Plätze reserviert sind für Menschen, die auf ein Hilfsmittel angewiesen sind. Mancher ist froh, wenn er zum Einkaufen nur um die Ecke kommt. Hier unterstützen die Mitarbeiter der gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft NOA Menschen, die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind. Manfred Münster stellt diesen Dienst vor.

Fitness trainieren Senioren am besten mit einem speziellen Programm, das innerhalb von vier Wochen Erfolge zeigt. MoSi heißt die Zauberformeln für eine Mischung aus Kraft-, Gleichgewichts- und Reaktionstraining. Der Projektleiter erklärt auf der inviva , wie es funktioniert.

Im Verkehrsverbund Nürnberg (VGN) ist es guter Brauch, dass Senioren mit Mobicard ab 9 Uhr zu vergünstigten Tarifen unterwegs sein können. Aber deckt sich das Angebot noch mit den Bedürfnissen? Eine Frage, die im Talk diskutiert wird.

Kreuzfahrten pro und contra

Kreuzfahrten sind wie Fliegen oder SUV-Fahren: Sie gelten als Symbol für klimaschädigendes Verhalten, und doch schadet das ihrer Beliebtheit nicht – im Gegenteil: der Boom hält an. Gerade Seniorinnen und Senioren sehen darin oft die beste Art, Urlaub zu machen, barrierefrei und gut durchorganisiert in Hotelatmosphäre die schönsten Orte der Welt zu erkunden. Wenn eben nur nicht die Schattenseiten wären. Ein Grund, dieses wichtige Thema auf der inviva aufzugreifen (Podiumsdiskussion um 14 Uhr).

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat die Schattenseiten aufgezählt: Ein Kreuzfahrtschiff stößt pro Tag so viel CO2 aus wie fast 84.000 Autos, so viel Stickoxide wie etwa 421.000 Autos, so viel Feinstaub wie etwa über 1 Million Autos und so viel Schwefeldioxid wie gut 376 Millionen Autos. Mittlerweile gibt es kaum eine Ecke auf der Erde mehr, die sie nicht befahren – und gerade das macht den besonderen Reiz aus: die Passagiere können anstrengungslos Sehenswürdigkeiten bestaunen, die sie sonst nie erreicht hätten. Den betroffenen Gegenden wiederum sieht man auch an, dass die Riesenschiffe hier waren: Abgase hinterlassen ihre Spuren.

Ob neben den Touristen auch die Einheimischen von dem Boom profitieren, und zwar finanziell, ist nicht leicht zu sagen. Laut Nabu können vor allem Bewohner ärmerer Länder von den Landgängen profitieren, in Städten wie Venedig, Barcelona oder Reykjavik ist das eher nicht der Fall.

Die meisten Reedereien sind dabei, ihre Kreuzfahrt-Flotten auf umweltfreundlichere Antriebe umzurüsten. Solange Schweröl verfeuert wird, ist das nur bedingt erfolgreich. Nur die Aida Nova wird bereits mit Flüssiggas betrieben, weitere Schiffe sollen dazu kommen. Zunehmend bieten Häfen Stromanschlüsse an, damit die Schiffsmotoren nicht auch noch während der Liegezeit laufen müssen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, die durch Kreuzfahrten verursachten Treibhausgase zu kompensieren. Mit dem Geld werden Klimaschutzprojekte finanziert. Außerdem sollte man nicht auch noch mit dem Flugzeug anreisen, sondern Kreuzfahrten bevorzugen, deren Abfahrtsziele mit Bahn oder Auto erreichbar sind.

Unser Podiumsgast: Christof Lachenmann, der Nordkap-Radler

Auch an der steigenden Nachfrage nach Kreuzfahrten scheiden sich die Geister. In einem Gespräch wird dieser Trend kritisch hinterfragt. Ganz umweltfreundlich war Christof Lachenmann unterwegs. Der Juwelier aus Augsburg hat sich einen Traum erfüllt und ist mit seinem Rad zum Nordkap geradelt. Was er dabei erlebt hat, erzählt er im Talk um 11.30 Uhr.

Herbert Fuehr

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