Besonders bei Dunkelheit oder Schmuddelwetter kommt es beim Autofahren aufs Sehvermögen an. Foto: Holger Schué/Pixabay

Sind Senioren am Steuer eine Gefahr? Die Meinung ist weit verbreitet, aber schwer zu begründen, wenn man entsprechende Untersuchungen betrachtet. So hat zum Beispiel der ADAC genau das Gegenteil festgestellt: Viele vermuten, dass ältere Autofahrer (65 plus) überdurchschnittlich viele schwere Unfälle verursachen, die Unfallstatistik aber zeigt ein anderes Bild. Senioren verursachten im Jahr 2017 lediglich 16 Prozent der Unfälle mit Personenschaden, obwohl sie 21 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten.eBook

Begründen kann man dieses Ergebnis mit zahlreichen Eigenschaften, die sich Fahrer mit dem höheren Lebensalter erst erworben haben. Dazu zählen durch langjährige Erfahrung ein an Situationen angepasster Fahrstil, also vorausschauendes Fahren, die Vermeidung riskanter Fahrmanöver oder ein auf Sicherheit bedachtes Abstandsverhalten. Zusammengefasst kann man sagen, dass ältere Autofahrer besonnener und selbstkritischer unterwegs sind.

Sehkraft ist der größte Pferdefuss 

Nicht zu leugnen sind allerdings altersbedingte Leistungseinbußen, die häufig, aber nicht immer kompensiert werden können. Wahrnehmung, Reaktionsvermögen und Aufmerksamkeit lassen im Alter nach, körperlich bedingte Einbußen treten oft nicht schlagartig auf, kündigen sich aber schleichend an. Die Sehkraft ist hier Pferdefuss Nummer eins. 90 Prozent der Sinneseindrücke werden über die Augen wahrgenommen. Das Sehvermögen ist daher im Straßenverkehr von grundsätzlicher Bedeutung, nimmt es ab, ist ein erhöhtes Unfallrisiko die Folge. Während unter 40-jährige eine Verminderung der Sehschärfe mit Kontaktlinsen oder Brille ausgleichen können, können in höherem Lebensalter Augenerkrankungen auftreten, die im Straßenverkehr das eigene Leben und das anderer gefährden. Das ADAC-Ärztekollegium empfiehlt deshalb, ab dem 50. Lebensjahr alle 2 Jahre und ab dem 60. Lebensjahr eine jährliche Kontrolle beim Augenarzt vornehmen zu lassen.

eBook gibt Tipps für das Autofahren im Alter

Ihr genereller Rat an ältere Fahrer: ärztliche Untersuchungen aller möglichen medizinischen Probleme und realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Gefährdungen. Das gilt übrigens auch für die passive Sicherheit im Straßenverkehr. Aus der Unfallstatistik lässt sich nämlich ebenfalls herauslesen, dass Senioren auf der Straße eher Gefährdete als Gefährder sind. Dies gilt besonders, wenn sie als Fußgänger oder Radfahrer unterwegs sind. Ohne schützendes Blech ist das Verletzungsrisiko bei einem Unfall eben deutlich höher. Und nahezu jeder zweite im Straßenverkehr tödlich verunglückte Fußgänger oder Radfahrer ist älter als 65 Jahre.

Dem Thema widmet sich übrigens auch das kostenfreie zum Download zur Verfügung stehende eBook  “Autofahren im Alter – Auch als Rentner sicher unterwegs”. Es beinhaltet u.a. Informationen zu Einzelthemen wie

  • Senioren am Steuer: Wie sieht die Rechtslage in Deutschland aus?
  • Wann Sie altersbedingt nicht mehr fahren sollten: Erste Warnsignale
  • Was hat es mit der Fahrtauglichkeitsprüfung für Senioren auf sich?
  • Besuch der Fahrschule als Rentner

Hier können Sie es herunterladen.