In den letzten Jahren hat sich in der Medizin viel getan: Operationen werden zunehmend minimal-invasiver, neue Konzepte in der Endoprothetik, wie Fast-Track werden etabliert, individuell angefertigte Prothesen sowie verbesserte Konzepte in der Remobilisation führen zu einer schnelleren Genesung und einem deutlichen Gewinn an Lebensqualität. Häufig wird der medizinische Fortschritt als echte Verbesserung empfunden, die dem Patienten das Leben erleichtert. Aber manchmal werden Innovationen auch mit Skepsis aufgenommen. Unter der Überschrift “Diagnose und Behandlung einst und jetzt: zwei Ärzte im Talk über den Fortschritt in der Medizin” sprechen zwei ausgewiesene Experten für orthopädische Chirurgie und Orthopädie über den Wandel in ihrem Beruf.

Mit Prof. Dr. Dr. Wolf Drescher, Chefarzt der Klinik für orthopädische Chirurgie der unteren Extremitäten und Endoprothetik am Krankenhaus Rummelsberg, und Dr. Johannes Keck, Ärztlicher Leiter im Medzentrum Fürth, stehen zwei Mediziner beim Talk auf der sechs+sechzig Bühne bei der inviva, die sich am Mittwoch, 26. Februar 2020, um 14 Uhr, beim Thementag Generationen Dialog solchen Fragen und auch Ängsten von Patienten stellen. Sie erläutern, wie ihnen der medizintechnische Fortschritt hilft, in welchem Maß die Digitalisierung ihre Arbeit verändert und was über mehrere Generationen von Orthopäden gleich geblieben ist.

So existieren in der konservativen Therapie ebenfalls viele innovative Möglichkeiten: Kniegelenksorthesen, welche die Beinachsen beeinflussen und verbesserte Präparate zur Schmerzreduktion helfen in vielen Fällen zunächst ohne Operation gut zurecht zu kommen. Das Wichtigste hat sich aber auch bei allem Fortschritt nicht verändert: Der Patient steht im Mittelpunkt jeder Behandlung und eine Therapie erfolgt immer individuell angepasst auf die Bedürfnisse des Patienten.

Zur Person der Talk Gäste

Ein ausgewiesener Experte ist Prof. Dr. Dr. Wolf Drescher. Foto: Uwe Niklas

Prof. Dr. Dr. Wolf Drescher (48) ist Chefarzt der Klinik für orthopädische Chirurgie der unteren Extremitäten und Endoprothetik am Krankenhaus Rummelsberg. Er ist ein international renommierter Experte auf dem Gebiet der Hüft- und Kniegelenkchirurgie sowie Präsident der weltweiten Gesellschaft für Hüftkopfnekrose (ARCO). Die Schwerpunkte seiner Klinik gehen von der Hüft- und Kniearthrose, Hüftimpingement, gelenkerhaltenden Therapien, Achsenkorrektur von O- und X-Beinen bis hin zur orthopädischen Rheumatologie. Die Ärzteplattform jameda.de führt Prof. Drescher mit einer Gesamtnote von 1,1. In der Region war er einer der ersten Mediziner, der beim Einsetzen einer Knie-Prothese auf eine Navigationssoftwäre im Operationssaal zurückgreifen konnte. Zudem gilt Drescher als sehr fortschrittlich und am Puls der Zeit. Davon zeugt sein Fast-Track-Therapiekonzept bei der Implementierung einer Hüftendoprothese, um den Patienten zügig zu mobilisieren. Zudem können seine Patienten auf eine Fülle an Informationsmaterial zurückgreifen – und dass auch via Smartphone.

Dr. Johannes Keck hat sich in Fürth etabliert.
Foto: Uwe Niklas

Dr. Johannes Keck (38) ist Ärztlicher Leiter im Medzentrum Fürth, einem Versorgungszentrum für Orthopädie, Chirurgie und Neurologie. Der gebürtige Bamberger ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und absolvierte sein Studium der Humanmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen sowie am Inselspital in Bern (Schweiz). Seine Weiterbildungszeit zum Orthopäden/Unfallchirurgen verbrachte Dr. Keck an der Sana Klinik Pegnitz und am Krankenhaus Rummelsberg. Seit 2015 war der Mediziner als Funktionsoberarzt in der Klinik für chirurgische und konservative Wirbelsäulentherapie tätig. Zu Beginn des Jahres 2020 wechselte Keck ins MVZ Fürth – und ist seither als niedergelassener Arzt tätig. Dort ist er federführend für die Bereiche Orthopädie und Unfallchirurgie zuständig.