Schwere Schulranzen gegen schwere Waffen: Schüler in den USA werden jetzt mit speziell gepanzerten Rucksäcken gegen schießwütige Amokläufer gepanzert. Foto: pixabay

Diesen Herbst war für zwei unserer Enkel Schulbeginn. Zwischen den beiden Cousins lagen nicht nur zehntausend Kilometer. Zwar standen beide Enkel stolz und schwerbepackt im Kreis der Mitschüler vor ihren jeweiligen Schulen. Doch in Bayern schleppte die Kleine neben dem Schulranzen auf dem Rücken eine riesige Wundertüte im Arm. Gefüllt mit nützlichen Schreibutensilien und fragwürdigen Süßigkeiten. Unser amerikanischer Enkel trug zwar ebenfalls stolz einen neuen Rucksack; Schultüten waren nicht zu sehen. Dafür bei einigen Mitschülern Schulranzen mit der Kennzeichnung „Bullet Blocker“. Bis Ende Juli erfasst die Statistik 22 Schießereien an US- Schulen in diesem Jahr. So wundert es nicht, dass Eltern vor der Elementary School sich darüber austauschten, ob es besser sei, Schulrucksäcke mit fest vernähtem Kugelschutz zu kaufen oder ob man nicht besser frei einsetzbare Kevlar-Minischilder einsetze. Die wiegen allerdings mehr und nehmen Platz weg. Dafür halten sie sogar Schnellfeuermunition stand, nach NIJ IIIA-Test. Vorausgesetzt, man hält die Dinger richtig, wenn es ernst wird. Die smarten Kids schaffen das.

Kalifornische Schulkinder lernten bisher schon, wie man sich bei Erdbeben unter Tische kauert; bei einem Shooter-Angriff sollen sie sich genauso verhalten, nur eben mit dem bewehrten Ranzen vor dem Kopf. Schutzschilder im Handgepäck gibt es natürlich auch für Erwachsene und deren Laptoptaschen. Also, man lernt in den USA an der Grundschule von Anfang an Praktisches fürs Leben. Zumal die amerikanische Klassenlehrerin nicht versäumt, den Kinder und Eltern am ersten Schultag einzuschärfen, wie ungesund süße Pausensnacks sind. Davon kein Wort am ersten Schultag in der anderen Grundschule, im fernen Bayern. Wo leben die Enkel gefährlicher?

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