vignette_mielenzMein Enkelsohn ist über die Horrorfotos auf Zigarettenschachteln empört! Ja, er raucht und damit gehört er mit seinen inzwischen 18 Jahren zu einer Minderheit junger Menschen. Der Drogenbericht der Bundesregierung 2016 weist nur noch 7,8 % der 12- bis 17-jährigen aus, die rauchen. Alkohol und illegale Drogen werden nach wie vor konsumiert. Nach Altersgruppen gestaffelt zeigt sich hier ein differenzierteres Bild, mal nimmt der Konsum ab, mal sogar zu.

Im Mai 2016 ist das Tabakerzeugnisgesetz in Kraft getreten. Insbesondere zur Abschreckung junger Menschen (die ja kaum noch rauchen) müssen nun Zigarettenschachteln zu 2/3 mit Fotos von grauslichen Erkrankungen versehen sein. Darüber ärgert sich mein Enkelsohn, einerseits über die Bevormundung, andererseits über das sehr einseitige Vorgehen der Politiker in der EU und in Deutschland gegen das Rauchen. Gegen den Alkoholkonsum oder gegen das Autofahren gibt es keine vergleichbaren Aktionen, obwohl von diesen erhebliche gesundheitliche Gefährdungen der eigenen Person und anderer ausgehen können. Mein Enkelsohn rechnet mir vor:

Etwa 74.000 Menschen sterben jährlich durch den Genuss von Alkohol. Das seien zwar weniger als an den Folgen des Rauchens jährlich sterben, aber Alkohol verursacht psychische Störungen, zerstört die Persönlichkeit, macht arbeitsunfähig und beeinträchtigt soziale Bindungen. Geschätzt werden Hunderttausende Klinikaufenthalte von Alkoholkranken und Kosten von mehr als 27 Milliarden Euro. Auf deutschen Straßen zählte 2015 das Statistische Bundesamt 2,5 Millionen Verkehrsunfälle mit 3.475 Toten und rd. 400.000 Verletzten, davon 1/3 schwer mit erheblichen gesundheitlichen Folgen.

Mein Enkelsohn plädiert jetzt dafür, dass auf jeder Flasche Bier, Wein oder Schnaps wie auf Zigarettenschachteln gesundheitliche Warnhinweise geklebt werden müssen, die drastisch die Folgen des Alkoholkonsums zeigen. Ja, und auf jedem Auto sollte ein Foto von Horrorunfällen prangen, damit deutlich wird, wie gefährlich das Autofahren ist. Aber wer legt sich schon mit den Alkoholproduzenten oder gar mit der Autoindustrie an?