vignette_mielenzVor Kurzem habe ich folgende Geschichte von einem eineinhalb-jährigen Mädchen gehört, der Enkeltochter einer Freundin: Bislang hat die Enkeltochter nur Socken getragen (mit Noppen an den Fußsohlen), weil die Eltern meinten, dass sich das Fußbett der Kleinen so am besten entwickeln würde und dass sie deshalb so lange wie möglich ohne Schuhe groß werden sollte. Nur laufen wollte sie mit den Socken nicht, also rutschte sie auf den Knien oder auf dem Po umher, aufrecht stehen, das ging noch einigermaßen.
Irgendwann kam dann doch die Zeit, dass für die Enkeltochter Schuhe notwendig wurden. Also gingen Großmutter,
Mutter und Enkeltochter in einen Kinderschuhladen, um ein passendes Paar auszusuchen. Wie schon zu vermuten ist, ging das gründlich schief, denn die Enkeltochter, an Schuhwerk nicht gewöhnt, fing entsetzlich an zu weinen, so dass sie das Schuhgeschäft schnell wieder verlassen mußten. Der nächste Versuch, im Internet eine Auswahl an Kinderschuhen zu bestellen und zu Hause anzuprobieren, ging genauso daneben.
Da der Großmutter diese Schuhsituation keine Ruhe ließ, ging sie alleine los und hat schließlich einen “guten” Laden für Kinderschuhe gefunden. Also ein neuer Versuch, zu einem passenden Paar Schuhe zu kommen. Und siehe da, mit Hilfe einer sehr geduldigen Verkäuferin haben sie wunderschöne rote Lauflernschuhe erstanden, die auch der Enkeltochter zusagten.
Diese Schuhe wollte sie überhaupt nicht mehr ausziehen und lief auf dem Nachhauseweg mehrere hundert Meter neben ihrem Buggi her. Also, auf die richtigen Schuhe kommt es an. Zumindest an diesem Beispiel ist widerlegt, dass man am besten ohne Schuhe laufen lernt.
Ach ja, zu meiner Kinderzeit waren Schuhe ein kostbares Gut. Wenn ich mal neue Schuhe hatte, bin ich damit ins Bett gegangen.