Foto: Michael Matejka

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Sie waren in den 60-er, 70-er und 80-er Jahren total modern, dann verschwanden sie in der Versenkung: Dinge, die einmal als richtig »schick« galten. Doch so manche Gegenstände von damals haben die Zeit überdauert und sind heute wieder zu haben, wenn auch in etwas anderer Form.

Haben Sie ein Telefon? Na klar, welch eine Frage! Ob Handy oder Festnetz, gebabbelt wird inzwischen immer und überall, es kostet schließlich nicht die Welt. Das war nicht immer so. In den 1950er und 60er Jahren und auch noch zu Beginn der 70er konnte die Verbindung zur Außenwelt ganz schön ins Geld gehen. Für einen Hauptanschluss musste man lange Zeit 18, mancherorts sogar bis zu 24 D-Mark an Grundgebühr monatlich zahlen, damals eine stattliche Summe. Jede Gesprächseinheit wurde mit 0,23 DM zusätzlich berechnet; die Deutsche Bundespost gewährte großzügig einen Rabatt von zehn Prozent auf die Gesamtrechnung, weil sie vermeiden wollte, dass die Kunden lieber eine der allgegenwärtigen Telefonzellen aufsuchten, um dort für nur 20 Pfennige zu plappern.

Und so versteht sich auch, warum es für Eltern als schick galt, ein Telefonschloss zu besitzen. Kinder und Jugendliche sollten das Telefon, das in seinen Anfängen übrigens »schwer wie eine Kloschüssel« war, wie Spötter behaupteten, nur für Informationen nutzen. »Keinesfalls für Unterhaltung«, sagt Ursula Hölzel aus Nürnberg-Laufamholz, die noch im Besitz einer solchen Sperre ist. »Telefonieren war Selbstzweck und nicht zum Vergnügen da, zumindest in der Erziehung der späten 50er und frühen 60er«, erläutert Hölzel. Immerhin: Im Notfall konnte man trotz der Absperrung die Nummer 112 für die Feuerwehr wählen. Man musste nur das Schloss hinter der Zwei in der Wählscheibe einhängen, dann blieben die Ziffern davor wählbar. »Harte Zeiten aus heutiger Sicht«, findet Frau Hölzel.

Man kann es gar nicht glauben: Wer einmal das Internet befragt, wird feststellen, dass es Absperrungen für Telefone inzwischen in Hülle und Fülle gibt. Offenbar müssen immer wieder kleine Quälgeister daran gehindert werden, mit Gott und der Welt zu plaudern, wenn Mama und Papa gerade nicht zu Hause sind.

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