Nicht alle Kinos sind so gut auf Behinderte eingestellt wie das Cinema Arthouse in Osnabrück. Jetzt fordert die Aktion Mensch, dass alle Kinos barrierefrei sein sollen. Foto: epd

Die Aktion Mensch setzt sich für mehr Barrierefreiheit in deutschen Kinos ein. Daher begrüßt die Sozialorganisation die Veränderung des Deutschen Filmförderfonds (DFFF). Ab dem 1. Januar 2013 müssen demnach Produzenten von DFFF-geförderten Filmen mindestens eine Endfassung des Films mit Audiodeskription (Hörbeschreibung) und deutschem Untertitel vorlegen, um die gesamte staatliche Fördersumme zu erhalten. „Die technischen Voraussetzungen für die Produktion barrierefreier Filme sind seit Langem vorhanden“, sagt Aktion Mensch-Vorstand Martin Georgi. „Durch die neuen Auflagen im Filmförderfonds werden Produzenten erkennen, dass die Erstellung barrierefreier Fassungen mit geringem finanziellen Aufwand möglich ist“, sagt Georgi.
Das Magazin 66 hat sich in einer seiner letzten Ausgaben mit dem Thema beschäftigt. Hier kann man den Beitrag nachlesen.
Damit Menschen mit und ohne Behinderung in Zukunft selbstverständlich gemeinsam Kino erleben können, fordert die Aktion Mensch jedoch noch weitere Schritte. „Nur barrierefreie Fassungen abzuliefern reicht nicht aus. Letztlich müssen auch Kopien der Filme in den Kinos vorgeführt werden“, so Georgi. Die Aktion Mensch fordert zudem die Kinobetreiber auf, Kinosäle vermehrt barrierefrei zu gestalten.
Wie Inklusion im Kino gelingen kann, zeigt die Förderorganisation mit ihrem barrierefreien Filmfestival „überall dabei“, welches bis Mai 2013 unter der Schirmherrschaft von Guildo Horn durch 40 deutsche Städte tourt: Alle gezeigten Dokumentar- und Spielfilme sind mit Untertiteln versehen und es werden Audiodeskriptionen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus sind alle Spielstätten rollstuhlgeeignet und uneingeschränkt zugänglich.
Über den Deutschen Filmförderfonds
Der Deutsche Filmförderfonds ist eine Filmförderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, in dessen Rahmen jährlich 60 Millionen Euro für die Produktion von Kinofilmen in Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Auf Antrag werden jedem Produzenten bis zu 20 Prozent der in Deutschland ausgegebenen Produktionskosten erstattet. Der Filmförderfonds trat 2007 in Kraft und wird am 1. Januar 2013 zum zweiten Mal für weitere drei Jahre verlängert. Die Neujustierung der DFFF-Richtlinie beinhaltet unter anderem die Verpflichtung, barrierefreie Fassungen des geförderten Films zu erstellen.
Über das Filmfestival
Das Aktion Mensch Filmfestival „überall dabei“ macht vom 20. September 2012 bis 8. Mai 2013 in 40 deutschen Städten Station. Das Filmfestival findet bereits zum fünften Mal statt und ist durch seine umfassende barrierefreie Organisation einzigartig in Europa: Neben der barrierefreien Gestaltung der Filme werden auch anschließende Publikumsdiskussionen von Gebärdensprach- und Schriftdolmetschern begleitet. Zentrales Thema von „überall dabei“ ist Inklusion, also das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Weitere Informationen zum Aktion Mensch Filmfestival erhalten Sie hier.