Bringdienste wie die Gemüsekiste sind für Senioren hilfreich, die nicht mehr so leicht zum Einkaufen aus dem Haus gehen können oder etwas abseits wohnen. Foto: Roland Fengler

Vielen Menschen fällt das Einkaufen in zunehmendem Alter schwer. Aber es gibt auch die, für die Einkaufen noch nie ein Vergnügen war, und jene, die schlichtweg keine Zeit dafür haben – auch als Rentner nicht. Nicht einkaufen zu müssen und dennoch einen gut gefüllten Kühlschrank zu haben – das ist inzwischen möglich. Wo man früher vielleicht auf die Hilfe von netten Nachbarn oder Schülern angewiesen war, die sich ein paar Mark dazuverdienen wollten, gibt es inzwischen eine stattliche Anzahl professioneller Dienstleister, die sich des Problems annehmen.
Das Internet hat den Markt verändert. Wenn man heute »Einkaufshilfe« in der Suchmaschine Google eingibt, erscheinen fast 50.000 Treffer. Beim Stichwort »Einkaufsservice« sind es immerhin noch 36.500 und bei »Einkaufsservice Nürnberg« reduziert sich diese Zahl auf gerade einmal noch 5210. Darunter sind viele Kleinanzeigen, in denen Privatanbieter ihre Dienste offerieren. Daraus den besten, nächsten und seriösesten herauszufinden, ist nicht einfach.
Unter den Treffern finden sich auch das Bayerische Rote Kreuz oder Unternehmen wie die Bringbiene, ein mittelfränkischer Einkaufsservice für Senioren und Familien. Erst vergangenes Jahr ging die Firma an den Start. Schon jetzt kann sie sich über eine lebhafte Nachfrage freuen. Die Idee dazu kam Gründer Philipp Mangold bei einem Grillabend mit den Schwiegereltern, bei dem auch die veränderten Bedürfnisse älterer Menschen ein Thema waren.
Anders als viele andere Anbieter ist die Bringbiene spontan nutzbar. Bei Bestellungen bis 17 Uhr wird (außer an Sonn- und Feiertagen) schon am nächsten Tag geliefert – »direkt bis zum Kühlschrank«, wie das Wendelsteiner Unternehmen verspricht. Bestellt werden kann telefonisch, per Fax oder per E-Mail. Die Besonderheit des Angebotes liegt auch darin, dass die Mitarbeiter der Bringbiene nicht den Leberkäse irgendeiner Metzgerei mitbringen, sondern den von der Lieblingsmetzgerei. Und auch auf Sonderangebote zu achten, verspricht das Unternehmen. Geliefert wird im gesamten Großraum – von Alfeld über Pommelsbrunn bis Zirndorf. Auf Wunsch werden die Einkäufe auch gleich eingeräumt.
Das kostet es: Für einen monatlichen Beitrag von 49 Euro kauft die Bringbiene so oft ein wie gewünscht – bei einer Mindestbestellmenge von 19 Euro. Liegt der Einkaufswert darunter, wird ein geringer Aufschlag verlangt. Dies gilt allerdings nicht, wenn der Betrag durch Sonderangebote unterschritten wird. Der Vertrag ist auf drei, sechs oder zwölf Monate abzuschließen.
So nimmt man Kontakt auf:
Bringbiene, Mittelweg 37, 90530 Wendel-stein, Tel. 09129/9093490,
Fax 09129/9093491, E-Mail: info@bringbiene.de, Internet: www.bringbiene.de
Aber es gibt noch mehr Unterstützung. Ebenfalls im vergangenen Jahr wurden die Seniorenengel ins Leben gerufen. Die Erfahrungen mit ihren eigenen Großeltern brachte Gründerin Uschi Weißmüller auf die Idee. Das Angebot des Nürnberger Unternehmens geht weit über bloße Einkaufshilfe hinaus – es erstreckt sich auf das ganze Leben. Wer etwa seine Badewanne durch eine Duschkabine ersetzen will, kann die Seniorenengel Angebote einholen und prüfen lassen – und später auch die Abrechnung. Das Team um Uschi Weißmüller hilft auch dabei, die Wohnung umzuräumen, bereitet Feiern vor, kocht, wäscht, repariert Kleinigkeiten oder begleitet in Konzerte und zum Gottesdienst. Und kauft natürlich auch ein.
Das kostet es: Der Stundensatz liegt generell bei 25 Euro. Nach der ersten Stunde wird je 30 Minuten abgerechnet. Für die Anfahrt in Nürnberg, Fürth und Stein wird eine Pauschale von 5 Euro je Einsatz fällig. Nimmt man die Dienste der Seniorenengel länger in Anspruch oder ist die Betreuung von mehreren Personen gewünscht, lassen sich auch Pauschalen vereinbaren.
So nimmt man Kontakt auf:
Seniorenengel, Uschi Weißmüller,
Bopfinger Straße 13, 90441 Nürnberg,
Tel. 0911/661532,
E-Mail: kontakt@die-seniorenengel.de,
Internet: www.die-seniorenengel.de
Wer gerne ganz persönliche und individuelle Unterstützung hätte, kann sich etwa an die Minijob-Zentrale wenden. Diese vermittelt für jede Art von Dienstleistung Helfer in der jeweiligen Region – ob für Einkaufen, Betreuung oder Reinigen. Laut Minijob-Zentrale lassen sich bundesweit bereits rund 1,7 Millionen Menschen über 60 Jahre im Haushalt unter die Arme greifen. Eine angemeldete Hilfe hat für beide Seiten Vorteile. Der Auftraggeber muss keine Angst vor einer Geldbuße haben, weil er so niemanden »schwarz« beschäftigt und auch bei einem Unfall im Haushalt nicht zur Verantwortung gezogen werden kann: Denn der Arbeitnehmer ist versichert. Er hat zugleich Anspruch auf Urlaub und die Chance auf mehr Rente.
Das kostet es: Wer seiner Hilfe einer Vergütung von bis zu 400 Euro monatlich zahlt, muss Steuern und Sozialabgaben in Höhe von 14,34 Prozent entrichten. 20 Prozent der gesamten Ausgaben, maximal 510 Euro pro Jahr, lassen sich bei der Steuer geltend machen.
So nimmt man Kontakt auf:
Minijob-Zentrale, montags bis freitags von
7 bis 19 Uhr, Tel. 0355/2902-70799,
Internet: www.minijob-zentrale.de
Immer frisches Gemüse auf dem Tisch und sich immer wieder aufs Neue überraschen lassen: Abo-Kisten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die meisten bieten saisonales und regionales Obst und Gemüse an, meistens sogar in Bio-Qualität. Die Gemüsekiste aus Petersaurach etwa liefert zu den Kisten auch Milch, Wurst, Käse, Eier, Brot, Säfte oder Weine. Aber auch Grillfleisch ist im Angebot. Oder Sonnenschutz und Kosmetika von Bio-Herstellern. Geliefert wird nach Nürnberg ebenso wie nach Dinkelsbühl, Leutershausen oder Weißenburg. Dazu gibt es kreative und einfache Rezeptideen, beispielsweise wie man aus zwei großen Bund Petersilie, Sahne und Zitrone eine leckere Petersiliencremesuppe kocht. Geliefert wird einmal pro Woche an einem bestimmten Tag – je nach Gebiet.
Das kostet es: Eine Abokiste »Halb und Halb kompakt« beispielsweise mit einem Kilo Spitzkraut, einem Kilo Kartoffeln, 500 Gramm Spargel, einem Kilo Salat, 300 Gramm Aprikosen und 500 Gramm Äpfeln kostet 14,61 Euro. Ein Käse-Abo mit vier Sorten Käse – frei wählbar aus acht verschiedenen Regionen – gibt es 14-tägig und kostet 11,50 Euro. Hinzu kommt, was man sonst noch gerne hätte. Ein Liter fettarme Bio-Milch in der Flasche zum Beispiel für 1,35 Euro.
So nimmt man Kontakt auf:
Die Gemüsekiste, Langenloh 2, 91580 Petersaurach, zu erreichen montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr, Tel. 09827/91123, Fax (durchgehend) 09827/91124, E-Mail info@die-gemuesekiste.de (Anmeldung auch als »Gast« möglich), Internet: www.die-gemuesekiste.de
Wer sich gerne überraschen lässt und bereit ist, Neues auszuprobieren, ist bei der Firma HelloFresh richtig. Ganz frisch ist das Berliner Unternehmen auch auf dem Nürnberger Markt – seit Mai dieses Jahres. Firmengründer Dominik Richter hatte es satt, Stammkunde bei Pizza-Lieferdiensten zu sein. Seine Idee: Rezepte und Zutaten, aus denen sich in maximal 30 Minuten leckere Gerichte zaubern lassen – für Menschen mit wenig Zeit und wenig Lust zum Kochen. Gesunde Ernährung unkompliziert machen, das ist der Anspruch. Geliefert werden jeweils Lebensmittel, aus denen sich drei oder fünf Gerichte für jeweils zwei Personen zaubern lassen – mit oder ohne Fleisch. Die Rezepte für eine »Dreier-Tüte« sind etwa Kalte Radieschen-Gurkensuppe und Pizzaschnecken, Gebratener Rosmarinspargel auf Rucola und ein Caesar-Salad.
Das kostet es: Eine Drei-Mahlzeiten-Tüte kostet 39 Euro, eine Fünf-Mahlzeiten-Tüte 49 Euro. Geliefert wird dienstags zwischen 17.30 Uhr und 22.30 Uhr. Mit einer Bestellung geht man ein Abonnement ein, das laut HelloFresh jederzeit kündbar ist. Auch ein Pausieren ist möglich. Allerdings muss beides – Kündigung oder Pause – bis spätestens acht Tage vor Liefertermin erfolgen.
So nimmt man Kontakt auf:
HelloFresh, Saarbrücker Straße 20/21, 10405 Berlin, Telefon-Hotline: 030/95605554, E-Mail: kundenservice@hellofresh.de, Internet: www.hellofresh.de
Weitere Abo-Kisten-Anbieter:
Abokiste, Landgut Schloss Hemhofen, 91334 Hemhofen, Tel. 09195/8381 oder
0919/923838-0, Fax 09195/92383811, E-Mail: info@abokiste.de, Internet: ww.abokiste.de
Ökokiste, Hutzelhof GmbH, Weißenberg 55, 92265 Edelsfeld, Tel. 09665/95015, Fax 09665/95016, E-Mail: info@hutzelhof.de, Internet: www.hutzelhof.de
Anja Kummerow
Foto: Roland Fengler,
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