Hello all,
evolutionsbiologisch gesehen stammen wir Neuzeitmenschen von Sammlern und Jägern aus Ostafrika ab, deren wanderfreudige Nachfahren nicht ruhten und rasteten, bis sie alle Erdteile für sich als Lebensraum eroberten – Antarktika ausgenommen. . Trotz späterer Sesshaftigkeit der meisten fordert dieses tief verwurzelte entwicklungsgeschichtliche Erbe sein ständiges Tribut in Form einer latenten Reisebereitschaft. Und so ist das Reisen auch des Rentners Lust, wenn die Voraussetzungen stimmen. Es muss ja nicht immer nur zum Urlaub sein. Einige Hunderttausend deutsche Ruheständler haben ihre etablierten Zelte zusammengerollt und im Ausland neu aufgestellt, sei es dauerhaft oder vorübergehend. Besonders beliebt sind unter den deutschen Zeitemigranten mit Ruhestandshintergrund ausgewählte Regionen in Österreich, Spanien und Florida. Um Wärme und Exotik liebende Langzeitgäste ohne Flugangst bemühen sich kommerzielle Seniorenresidenzen und Pflegeheime in Thailand und auf den Philippinen.
Einige –zehntausende deutsche Ruheständler mit besonderen Fähigkeiten wählen einen anderen Weg in die Ferne, dann meist fern ab der üblichen Pfade: Sie verpflichten sich als freiwillige Seniorenexperten nach Afrika, Asien oder Lateinamerika.. Statt Devisen und Ruhebedürfnis bringen sie Fachwissen, Lebenserfahrung, Autorität und eine große Dosis Idealismus mit ins Ausland.
In Deutschland bieten z.B. der „SES“ Senioren Experten Service“ (www.ses-bonn.de) eine offizielle Organisation für solche ehrenamtliche Engagements, die zwischen mehreren Monaten bis zu einem Jahr dauern. Ähnliche Möglichkeiten bieten u.a. „GIZ“ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (www.giz.de) oder DED Deutscher Entwicklungsdienst (www.bmz.de) . Konfessionelle Einrichtungen zeigen Wege, sich für ein paar Monate in der Fremde sozial zu engagieren, dann eher in Pflege und Betreuung. Au Pair Programme für Leihomas und Leihopas erweitern solche Optionen, dem Bedürfnis sich im Alter nochmals, aber eben freiwillig und für absehbare Zeit, nützlich zu machen – und dem bisweilen auflodernden Drang in die Ferne und Fremde nachzugeben.
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