Es gibt in Deutschland viele Ehrenamtliche wie diese Seelsorgerin, die sich um Senioren in Heimen kümmert. In Nürnberg geht es um die Frage, ob sie mit einer Ehrenamtskarte ein Dankeschön erhalten sollen. Foto: epd

In zahlreichen bayerischen Städten und Gemeinden wird eine Ehrenamtskarte angeboten, die zu einigen Vergünstigungen beim Eintritt in Museen oder anderen Freizeiteinrichtungen berechtigt. Die Stadt Nürnberg hat sich aber entschlossen, an dieser Aktion nicht teilzunehmen. Nun hat der Kreisvorsitzende der Senioren Union, Werner Gruber, einen Brief an den Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly geschrieben und ihn noch einmal auf das Thema aufmerksam gemacht.
Jetzt ist die Antwort des Oberbürgermeisters eingetroffen. In dem Brief bezieht sich Maly darauf, dass auch andere Städte wie Augsburg oder München zum gegenwärtigen Zeitpunkt von einer Umsetzung der Ehrenamtskarte absehen. Nürnberg geht von derzeit rund 90 000 Ehrenamtlichen aus. Eine Einführung der Ehrenamtskarte macht Einschätzung des zuständigen Sozialreferats nur Sinn, wenn sie auch von einer großen Mehrheit der Berechtigten genutzt wird. Vor dem Erfahrungshintergrund, der mit der Einführung der Familienkarte gewonnen wurde, sei dies aber nur mit größerem Aufwand zu bewerkstelligen, heißt es in der Stellungnahme. Attraktive Angebote seien nur einer intensiven Akquise und teilweise nur mit sogenannten Kompensationsleistungen zu gewinnen.
Der Ausstellungszeitraum von drei Jahren erfordert neben dem einmaligen Aufwand zur Ausstellung der Karte bei Erstanträgen in regelmäßigen Abständen eine ebenso aufwändige Nachbearbeitung, schreibt der Oberbürgermeister. Dieses würde zumindest die Schaffung einer Vollzeitstelle bedeuten.
Der von der Staatsregierung in Aussicht gestellte einmalige Zuschuss in Höhe von 5000 Euro bringe da keinen wesentliche Entlastung in finanzieller Hinsicht. Den größten Teil der Kosten müsste die Stadt Nürnberg tragen. Auch der Arbeitskreis der kommunalen Ehrenamtsbeauftragten sehe die Umsetzung der Ehrenamtskarte skeptisch.
Obberürgermeister Maly bedauert in diesem Zusammenhang, dass die Stadt Nürnberg keinen Zuschlag bei dem Förderprogramm des Freistaats für Koordinierungszentren erhalten hat. Wäre dies der Fall gewesen, hätte man über eine Einführug im Rahmen dieses Projektes noch einmal nachdenken können.
Für die Stadtspitze ist das Thema aber nicht für immer ad acta gelegt. Oberbürgermeister Maly versichert, dass die Frage jährlich wieder geprüft werde, zumal die Stadt Nürnberg Interesse an einer lebendigen Ehrenamtskultur habe.
Nun kündigte der Kreisvorsitzende der Senioren Union Gruber an, sich mit diesem Schreiben an den Staatssekretör Markus Sackmann zu wenden, um nach eienr Sonderregelung für die Nürnberger Bürger zu suchen, die sich ehrenamtlich engagieren. “Vielleicht kann das Bayerische Sozialministerium eine unterstützende Lösung finden”, meint der ehemalige Stadtrat.