Wie ein gebügelter Einkaufsbeutel mein Selbstbild ins Wanken brachte
Man sollte nicht zu viel lesen, das verwirrt nur. Neulich fiel mir ein Artikel in die Hände, in dem ein junger Autor die Meinung vertrat,
Man sollte nicht zu viel lesen, das verwirrt nur. Neulich fiel mir ein Artikel in die Hände, in dem ein junger Autor die Meinung vertrat,
Die „Ratten der Lüfte“ sind als Nachbarn nicht immer gern gesehen: Der Feind kommt aus der Luft. Aber meine Nachbarin im Haus nebenan hat vorgesorgt. Ihr Mehrfamilienhaus gleicht einer Festung: Jeder Balkon ist mehrfach gegen die Eindringlinge befestigt und gesichert. Sie selbst wohnt im ersten Stock, zwei schmuddelige Tücher in Bettlakengröße schirmen ihren winzigen Balkon seitlich ab. Darüber weht im Wind, da nachlässig befestigt, ein grünes Netz, das ihr Mieter im zweiten Stock seinerseits auf dem Balkon angebracht hat. Eine Rolle Stacheldraht soll den Angriff des Gegners von vorn verhindern.
Neulich habe ich meinen Enkel in Angst und Schrecken versetzt«, erzählt Selma und lacht vergnügt. »Ich habe zu ihm gesagt: ›Wenn ich sterbe, erbst du alle meine Bücher.‹« Verständnisvolles Kichern in der Damenrunde. Jede versteht den Witz und weiß: Nichts beunruhigt die Nachkommenschaft mehr als der Gedanke, sich eines Tages mit dem elterlichen und großelterlichen »alten Kram« befassen zu müssen.
Spazierengehen mit meiner Mutter ging früher so: Ich: »Kommst du mit? Ich möchte ein bisschen an die Luft.« Sie: »Eigentlich schon…« Ich: »Was heißt eigentlich? Willst du oder willst du nicht?« Sie: »Ich käme ja gern mit, aber ich habe keine Schuhe!«
Ich weiß, ich weiß: Killerspiele darf man nicht gut finden – schon aus pädagogischen Gründen. Andererseits: Hier sind wir ja unter uns. Betagtere Menschen wie wir sind charakterlich gefestigter. In Wirklichkeit schnappt sich kein Silver-Shooter ein Maschinengewehr und knallt Pflegepersonal ab.
Bei mir hatte das Ballern am Computer sowieso einen ganz anderen Effekt: Mir wurde die Endlichkeit meines Daseins bewusst.