Im Schnitt wird ein Smartphone nur rund zwei Jahre genutzt, dann lockt meistens schon das Nachfolgegerät oder die Verlängerung des Handyvertrags, welche ein neues Modell beinhaltet. So werden häufig Geräte ausrangiert, die eigentlich noch eine Weile funktionieren würden. Doch wie lange hält ein Smartphone eigentlich? Dabei gibt es verschiedene Faktoren.

Akku und Updates

Der entscheidende Faktor ist der Akku, der mit der Zeit immer schwächer wird. Wie lange er hält, hängt auch davon ab, wie pfleglich man mit ihm umgeht und wie häufig das Gerät geladen wird. Man spricht in der Regel von rund 1000 Ladezyklen, danach nimmt die Leistungsfähigkeit sehr stark ab. Umgerechnet auf den Alltag sind dies üblicherweise 3-4 Jahre der Nutzung. Bei manchen Geräten kann man den Akku tauschen, viele Menschen entscheiden sich dann aber dennoch lieber für einen Neukauf.

Die Smartphones werden von den Herstellern immer nur einige wenige Jahre mit Updates für das Betriebssystem versorgt. Ist das Smartphone zu alt und erhält keine Updates mehr, dann laufen auch die aktuellen Apps nicht mehr darauf und Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen. Eine Nutzung ist dann nicht mehr empfehlenswert. Hier gibt es einen erkennbaren Unterschied zwischen Android-Smartphones und den iPhones von Apple. Während Android-Smartphones nur rund drei bis vier Jahre mit System-Updates versorgt werden, sind es beim iPhone oft mehr als fünf Jahre. So erhält beispielsweise das iPhone 6s aus dem Jahr 2015 aktuell immer noch die neuesten Updates von Apple. Die in der Anschaffung teuren iPhones sind also langlebiger, weil sie länger Updates erhalten. Doch was passiert mit dem alten Smartphone, wenn ein Neukauf ansteht? Hierfür gibt es zahlreiche Möglichkeiten, an erster Stelle steht der Wiederverkauf, wenn das Gerät noch brauchbar ist. Aber auch eine Spende, ein Eintauschen beim Händler oder die Entsorgung stehen zur Auswahl.

Wiederverkauf

Sie können ein Smartphone entweder privat per Anzeige verkaufen (zum Beispiel über Ebay Kleinanzeigen) oder verschiedene Anbieter nutzen, die gebrauchte Geräte ankaufen und dann weiterverkaufen, sogenannte Reseller wie reBuy oder momox. In beiden Fällen sollten Sie vorher unbedingt alle Daten löschen, die sich noch auf dem Smartphone befinden. Dafür gibt es bei allen Geräten die Möglichkeit, das Handy auf den sogenannten Werkszustand zurückzusetzen. Wenn Sie eine SD-Karte als Erweiterung verwendet haben, so entfernen Sie diese unbedingt, bevor Sie das Handy abgeben. Die SIM-Karte muss selbstredend ebenfalls entfernt werden. Das Entfernen von SD-Karte und SIM-Karte gilt für alle Fälle, egal ob Verkauf oder die im Weiteren vorgestellten Alternativen. Der Wiederverkauf ist vor allem dann eine gute Option, wenn Sie sich für ein neues Smartphone entscheiden, Ihr altes Gerät aber noch gut funktioniert und in einem ordentlichen Zustand ist. Bei einem Privatverkauf ist die Gewinnspanne deutlich höher als beim Verkauf über einen Reseller, dafür dauert es länger, bis sich ein Käufer findet, und es ist Eigeninitiative und Aufwand nötig, um das Smartphone in einer Anzeige zum Verkauf anzubieten. Bei den sogenannten „Resellern“ gelingt der Verkauf kinderleicht, Zeit- und Arbeitsaufwand sind minimal.

Spende

Eine schöne Möglichkeit ist es, das alte Handy zu spenden. Verschiedene Organisationen haben dafür Sammelstellen eingerichtet, zum Beispiel der Naturschutzbund (NABU) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Dort abgegebene Handys werden sortiert und brauchbare Geräte weiterverkauft. Die Organisationen werden am Gewinn beteiligt, somit spenden Sie durch die Abgabe des Handys indirekt für einen guten Zweck. Natürlich können Sie die Handys aber auch direkt spenden, zum Beispiel an Seniorenheime, Pflegeheime oder Flüchtlingsheime vor Ort. In diesem Fall sollten Sie vorher anfragen, ob dort solche Spenden angenommen und verwertet werden können. Geräte, die man spendet, sollten noch funktionieren und nicht älter als 7 Jahre sein. Auch hier gilt natürlich wieder: das Handy vorher auf jeden Fall auf den sogenannten Werkszustand zurücksetzen, wodurch alle Daten gelöscht werden. Die Option für das Zurücksetzen befindet sich im Einstellungsmenü (Zahnradsymbol) und ist leicht umzusetzen.

Rückgabe

Seit 2016 sind die großen Elektrohändler dazu verpflichtet, alte Geräte kostenlos zurückzunehmen. Das gilt auch dann, wenn man dort kein neues Smartphone kauft. Verschiedene Anbieter wie Apple und Samsung bieten sogar eine Inzahlungnahme alter Smartphones an, wenn man gleichzeitig ein neues Modell kauft. Dabei wird der Ankaufswert des ausrangierten Handys auf den Kaufpreis angerechnet. Dies ist allerdings meistens nicht so lukrativ wie ein Privatverkauf des alten Handys.

Recycling

Wenn sich ein Wiederkauf nicht lohnt und eine Rückgabe nicht möglich ist, kann das Gerät natürlich auch entsorgt werden. Alte Smartphones kommen aber selbstverständlich nicht in den Hausmüll. Die Akkus enthalten gefährliche Schwermetalle, aber auch gefragte Rohstoffe, wie Gold und Silber, die wiedergewonnen werden können. Daher ist der Recyclinghof die richtige Adresse, wenn man ein altes Handy loswerden will. Auch hier gilt wieder: Auf jeden Fall vorher alle Daten löschen, das Gerät also auf den Werkszustand zurücksetzen.

Fazit

Wie auch die Autowelt hat die Handywelt einen Kaufzyklus von nur wenigen Jahren. Autos werden durchschnittlich 15 Jahre alt, moderne Smartphones ca. 5 Jahre. Ist ein Smartphone beim Nutzungsende älter als 5 Jahre, so ist eine Spende oder das Recycling der wohl beste Weg. Jüngere Modelle können weiterverkauft werden, über kommerzielle Anbieter („Reseller“) oder mittels privater Verkaufsanzeigen. Es gibt einige neue Ansätze unterschiedlicher Anbieter, allen voran der Hersteller „Fairphone“, die Smartphones mit modular austauschbaren Bauteilen anzubieten. Das kann das Lebensalter erhöhen und auch die Umwelt schonen. Noch sind solche Alternativen aber eher eine (recht teure) Nische. Eine weitere Alternative: man greift beim nächsten „Neukauf“ zum gebrauchten Smartphone. Der regelmäßige Wechsel auf ein neueres Smartphone nach spätestens 4-5 Jahren wird aber trotzdem wohl noch eine Weile üblich bleiben.

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