Hello All, wohlerzogene Briten sprechen von „cutting the cheeze“ (Käseschneiden), wenn sie Furzen beschreiben. Ein meist peinlich empfundener Teil unserer natürlichen Vitalfunktionen. Nur wenige Zivilisationen gönnen dem Pupsen eine privilegierte Rolle im sozialen Zusammenleben. Anthropologen beschrieben die Pira-Parana Indianer im Nordwesten des Amazonas, bei denen Männer zur Begrüßung und zum Spaß anale Laute von sich geben und Töne modulieren. „Wilde“? Anfang des 20. Jahrhunderts trat Joseph Pujol im Pariser Moulin Rouge als Kunstfurzer auf, was ihn mit 20.000 Franken pro Tag über ein Jahrzehnt lang stinkreich machte. Jedoch abgesehen von fröhlichen Kindern bleibt Pupsen unter Ohren- und Geruchszeugen weitgehend tabuisiert. Abwinde lässt man möglichst allein und unbemerkt ziehen. Nun zeigt sich aber, dass gemeinsames Pupsen die Paarbindung fördert. Mehrere Studien belegen, dass frische Paare, die unverhohlen auch diesen natürlichen Vorgang teilen, einer höheren Langzeitbindung entgegensehen. I.d.R. vergehen 6 Monate zwischen erstem Date und dem gemeinsam tolerierten „cutting the cheeze“.
Vielleicht ist das geteilte Furzen das zuverlässigere „Du“. In einer Zeit, in der mir völlig Unbekannte aus dem Internet und Werbeabteilungen unaufgefordert ein verbales „Du“ aufdrängen. Wer mit mir gemeinsam pupst, steht mir auch innerlich nahe. Die Chemie stimmt*.
Ihr Global Oldie
* So ein Alltagsfurz setzt sich zusammen aus ca. 59% Stickstoff, 21% Wasserstoff, 9% Kohlendioxid,7 % Methan, 4% Sauerstoff und der Rest aus Schwefelverbindungen.