Egal ob es sich um ein älteres Handy, wie auf dem Foto zu sehen, handelt oder um ein brandneues Gerät: manchmal geht gar nichts mehr. Keine Taste funktioniert und ein Tippen auf dem Bildschirm zeigt keine Reaktion. In einem solchen Fall spricht man in der Computersprache passenderweise und lustigerweise von einem “eingefrorenen System”. Die bildsprachliche Anlehnung an den gefrorenen Zustand macht Sinn, denn genau wie bei einem eingefrorenen Gegenstand ist keine Interaktion mehr möglich.
Doch was tun, wenn das Gerät eingefroren ist? Ein Aufwärmen im Ofen oder per Heizkissen ist sicher nicht das richtige Vorgehen…

Ursachen

Es gibt vier Hauptgründe, warum ein Handy einfriert. Dabei sind diese vier Ursachen unterschiedlich wahrscheinlich. Wir haben sie in eine Reihenfolge der höchsten Wahrscheinlichkeit gebracht, der erste Grund ist der wahrscheinlichste, der letzte der unwahrscheinlichste:

1) App
Frozen_PhoneAuf dem Handy wird ein Programm, wie man es vom Computer kennt, als “App” bezeichnet. Erst die unterschiedlichen Apps machen moderne Smartphones so “smart” und daher sind nicht selten bis zu 50 oder gar 100 Apps auf einem Handy installiert. Manchmal weiß man als Nutzer gar nicht, wie viele Apps eigentlich auf dem Handy installiert sind. Die Apps selbst werden von unterschiedlichen Firmen programmiert, manche Apps werden jeden Tag genutzt, manche sind kostenfrei, einige finanzieren sich über Werbung und bei anderen Apps ist man sich nicht einmal sicher, ob man sie wirklich braucht. Diese Vielfalt und die schiere Menge der Apps führt dazu, dass die Apps nicht immer optimal miteinander “harmonieren” oder eine App mal einen Fehler produziert. Das führt dann dazu, dass der kleine Computer, der sich in jedem Smartphone befindet, in eine “Rechenschleife” gerät, aus der er nicht mehr entkommt. Der Prozessor nimmt keine neuen Rechenaufgaben mehr an und ist somit lahm gelegt. Das Gerät reagiert nicht mehr und erscheint “wie eingefroren”.
Passender Kurs:
Apps bei Android 
Apps beim iPhone

2) Dauer-Eingeschaltet
Jedes Handy, ob aus dem Jahr 1998 oder 2018, ist nichts anderes als ein kleiner Computer. Aber anders als ein Computer wird ein Handy nur sehr selten ausgeschaltet. Manche Handys sind seit Monaten oder Jahren nicht mehr heruntergefahren worden, wie man es vom Computer her kennt. Zwar sind insbesondere die modernen Smartphones dafür gemacht, viele Tage und Wochen am Stück eingeschaltet zu sein. Doch dieses Dauer-Eingeschaltet-Sein erhöht die Chancen, dass der eben geschilderte Fall Nummer 1) eintritt. Ein gelegentliches komplettes Ausschalten des Handys macht also sehr wohl Sinn!

3) Betriebssystem
Die heutigen Smartphones können fast alles, was ein klassischer Computer kann, und sind mehr als je zuvor mit einem “echten” Computer vergleichbar. Und wie ein Computer auch benötigt ein Smartphones sogenannte Updates für das Betriebssystem. (Aus der Computerwelt kennen wir die Updates für das Windows sicherlich alle.) Bei den Smartphones sorgen die Updates für ein reibungsloses Funktionieren. Und wer die Updates nicht installiert, erhöht die Chancen für kleine Rechenfehler, die zum Einfrieren des Smartphones führen.

4) Bauteil
Auch ein defektes Bauteil kann die Ursache dafür sein, dass sich ein Smartphone aufhängt. Wenn ein Bauteil die Quelle für das Einfrieren ist, dann helfen weder das regelmäßige Ausschalten noch das Installieren von Updates oder das Löschen von Apps. In einem solchen Fall hilft nur ein Umtausch, eine Reklamation oder ein Neukauf eines anderen Geräts. Dieser Fall ist aber sehr selten.

Folgen

Die Folge bei allen vier oben genannten Gründen ist, dass der Bildschirm des Geräts zwar aktiv ist, aber keine Taste und kein Antippen auf dem Bildschirm irgendeine Reaktion zeigt. Nicht einmal der Ein- und Ausschalter hat eine Wirkung. Der Bildschirm bleibt regungslos und alles wirkt eben sprichwörtlich wie eingefroren. Als Nutzer fühlt man sich sehr hilflos, weil man keine Möglichkeit mehr sieht, das Gerät zu bedienen. Der ein oder andere fühlt sich sogar gezwungen, den Akku des Handys zu entfernen, um die Stromversorgung zu unterbrechen und das Handy auf diese Weise wenigstens ausschalten zu können. Bei vielen Smartphones ist der Akku aber fest verbaut und kann nicht entfernt werden.

Hilfsmaßnahme

An einem Computer kann man in diesem Fall den Netzstecker ziehen. Die im Smartphone verbauten Computer sind aber auf Dauernutzung ausgelegt und die Stromversorgung durch den (oft fest verbauten) Akku ist rund um die Uhr gewährleistet. Was kann man tun? Die Lösung ist der Ausschalten-Knopf. (Auch Power-Knopf genannt.) Zwar reagiert er auf ein einmaligen kurzes Drücken nicht mehr, aber er hat eine eingebaute Not-Funktion. Er kann quasi als Not-Abschaltung fungieren. Um diese Funktion zu aktivieren, drückt man den Ausschaltenknopf sehr lange, und zwar mindestens 9 Sekunden. Bei einigen Geräten muss man sogar 30 Sekunden lang drücken. Ein Hinweis, wie lange man drücken muss, gibt der Bildschirm: sobald er ausgeschaltet ist und dunkel wird, hat es funktioniert. Die Not-Ausschaltung ist durchgeführt. Einige Handys starten nun automatisch einen Neustart, andere Handys muss man danach wie gewohnt anschalten, um sie wieder nutzen zu können. Durch das frische Neustarten des Systems sind alle Rechenfehler, die zum Einfrieren führten, behoben und das Gerät funktioniert wieder.
Kostenfreier Film:
Der Power-Knopf bei Android 
Der Power-Knopf beim iPhone

Vorbeugung

Wer aufmerksam gelesen hat, dem sind bereits einige Tricks zur Vorbeugung aufgefallen. An dieser Stelle fassen wir die beiden wichtigsten Vorsorgemaßnahmen noch einmal zusammen:

1) Updates installieren
Installieren Sie die Updates der Apps und des Betriebssystems, um das Smartphone immer auf dem neusten Stand zu halten. Dadurch ist Ihr Smartphone sowohl vor gefährlichen Sicherheitslücken geschützt, welche durch Cyberkriminelle ausgenutzt werden könnten, als auch besser gegen mögliche Programmierfehlern gefeit, die zum Einfrieren des Smartphones führen könnten.
Passender Film:
Updates bei Android 
Updates beim iPhone

2) Ausschalten
Schalten Sie Ihr Smartphone einmal wöchentlich komplett aus und schalten Sie es direkt danach wieder ein. Der ganze Vorgang dauert ca. 2 Minuten und bietet einen guten Schutz vor Rechenfehlern.

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