Manche Forscher meinen, in zehn Jahren wird der Computer bei der medizinischen Versorgung eine große Rolle spielen. Foto: epd

Manche Forscher meinen, in zehn Jahren wird der Computer bei der medizinischen Versorgung eine große Rolle spielen. Foto: epd

Die Digitalisierung in der Medizin schreitet voran und wird 2025 unverzichtbar sein. Zu diesem Schluss kommt eine heute, Donnerstag, vorgestellte Studie des Berliner Digitalverbandes BITKOM. Das Ergebnis der 100 Experten aus dem Gesundheitswesen, darunter vor allem Geschäftsführer und Vorstände von Pharmaunternehmen: Der telemedizinische Austausch eines Mediziners mit anderen Spezialisten wird künftig eine große Rolle spielen. 98 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass telemedizinisch unterstützte Operationen – sogenannte Telechirurgie – an Bedeutung zunehmen werden. In komplizierten Fällen kann auf diese Weise beispielsweise ein führender Spezialist aus dem Ausland hinzugezogen werden. Die telemedizinische Routine-Überwachung des Gesundheitszustands (Vitalparameter) eines Menschen wird nach Ansicht von 97 Prozent der Experten ebenfalls immer relevanter.

Egal, ob Herz oder Diabetes: Patienten übermitteln bequem von Zuhause aus Werte wie EKG, Blutdruck, Gewicht oder Blutzucker elektronisch an einen Arzt. Der Behandelnde erhält damit eine lückenlose Kontrolle, auch ohne ständige Praxisbesuche oder Krankenhausaufenthalte. 70 Prozent der Experten denken zudem, dass auch die Online-Sprechstunde zwischen Arzt und Patient bedeutsam wird. Diese ersetzt den Arztbesuch nicht, sondern ergänzt ihn. “Telemedizin ist einer der zentralen Schlüssel zur Bewältigung der medizinischen Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt”, so Pablo Mentzinis, Bereichsleiter E-Health beim BITKOM. “In ländlichen Regionen können digitale Anwendungen die Gesundheitsversorgung deutlich verbessern, die Lebensqualität von Patienten erhöhen und zugleich Kosten sparen.”