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Warum werden Menschen in Nordeuropa älter

Die Studie „Gibt es einen Wegweiser für ein langes Leben? Bildung für ein längeres und besseres Leben“ des Max-Planck-Institut für demografische Forschung versucht die Faktoren herauszufinden, die dafür verantwortlich sind, dass Menschen in Nordeuropa älter werden. Fazit: Finnen, Norweger und Schweden werden älter, wenn sie gebildet sind.
Villa Kunterbunt mit "Pippi Langstrumpf" auf dem Balkon am 19.06.2014 im Themenpark Astrid Lindgrens Welt in Vimmerby, Smaland, Schweden. Am 21. Mai feiert Pippi Langstrumpf, das sommersprossigste und staerkste Maedchen der Welt, offiziell seinen 70. Geburtstag. Astrid Lindgrens Tochter Karin ist es zu verdanken, dass es die rothaarige Goere Pippi ueberhaupt gibt. Karin war sieben Jahre alt und lag mit Lungenentzuendung im Bett, als sie quengelte, die Mutter solle ihr etwas vorlesen oder erzaehlen. "Was soll ich denn erzaehlen?", fragte Astrid und Karin antwortete: "Erzaehl von Pippi Langstrumpf!". "Der Name war mir einfach so eingefallen", erinnert sich Karin Nyman, die im Mai 81 Jahre alt wird. Dass Schwedens bekannteste Kinderbuchautorin die Geschichten von Pippi dann spaeter auch zu Papier brachte, ist ebenfalls dem Zufall zu verdanken. Im Maerz 1944 hatte sich Lindgren den Fuss verstaucht und war zu Hause zur Ruhe gezwungen. Sie begann, Pippis Abenteuer zu stenografieren. Zum zehnten Geburtstag bekam Tochter Karin dann am 21. Mai 1944 das erste maschinengeschriebene Exemplar geschenkt. (Siehe epd-Feature vom 04.05.2015)
“Pippi Langstrumpf” ist das älteste Mädchen der Welt. Ob das an der Villa Kunterbunt liegt? Foto: epd

Wichtige Ergebnisse der gemeinsames Publikation „Gibt es einen Wegweiser für ein langes Leben? Bildung für ein längeres und besseres Leben“ des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung, des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels, des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, des Vienna Institute of Demography / Austrian Academy of Sciences und des Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital:

– Ob Nordeuropäer/innen 80 Jahre und älter werden hängt vom Geschlecht der Person ab.

– Ebenso wichtig ist aber, ob sie sie verheiratet und gut gebildet sind.

– Ist dies der Fall leben sie im Schnitt gut fünf Jahre länger als andere.

– In Finnland gewannen die Männer bis Mitte der 1990er Jahre gut vier Jahre hinzu

– finnische Frauen in der Zeit wurden nur etwa, 3,5 Jahre älter.

– In Schweden lag der Zugewinn bei ungefähr zweieinhalb, in Norwegen bei zwei Jahren, wobei in beiden Fällen die Frauen ihre Lebenserwartung etwas stärker steigern konnten.

– Noch mehr Jahre ansammeln konnten jedoch verheirateten und gut gebildeten Frauen und Männer in Finnland: Sie konnten im Schnitt fünfeinhalb Jahre älter werden als Anfang der 1970er Jahre (Männer 5 Jahre).

– Verheirateten und gut gebildeten Frauen wurden am Ende des Untersuchungszeitraumes sogar acht Jahre älter.

Ursachen:

– Die Forscher gehen davon aus, dass vor allem gut gebildete und verheiratete Menschen seltener an Herz- und Kreislauf-Erkrankungen starben. In Schweden und Norwegen konnten so die Männer dieser Gruppe zweieinhalb Lebensjahre gewinnen.

– Der Gruppe der gebildeten und materiell versorgten, so die Forscher weiter, seinen so genannte menschengemachte Todesursachen, wie nikotin- oder alkoholbedingte Krankheiten, Verkehrsunfälle, Morde oder Selbstmorde in den Vorreitergruppen wesentlich seltener als bei den übrigen Bevölkerungsgruppen.

– Auch in eher egalitären Gesellschaften ließen sich für das Älterwerden aber auch sehr verschiedene Wege in den sozialen Schichten feststellen. Weniger privilegierte Gruppen gehen eigene Wege beim Älterwerden und die Sterblichkeit werde nicht einfach zeitverzögert auf dem gleichen Wege verringert wie in privilegierten Gruppen

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