Industrieroboter bleiben gefragt. Allein China verzeichnete im letzten Jahr ein Plus von 59 Prozent. Weltweit betrug der Anstieg insgesamt 12 Prozent. Damit wurden so viele Serviceroboter wie noch verkauft. Die Tendenz: weiter steigend.

Nur ein Beispiel: 	Ein sogenannter "Care-O-bot" reicht  einer Bewohnerin ein Getränk. Foto: UID

Nur ein Beispiel: Ein sogenannter “Care-O-bot” reicht einer Bewohnerin ein Getränk. Foto: UID

Insbesondere in Privathaushalten stieg die Zahl verkaufter Serviceroboter gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf knapp 4 Millionen an und damit auf ein Umsatzvolumen von circa 1,7 Milliarden US-Dollar. Das betrifft bisher vor allem automatisierte Produkte wie Staubsauger oder Rasenmäher, den Bereich Unterhaltung mit Spielzeugrobotern und anderen Hobbygeräten sowie den Sektor Fortbildung. Damit legte die Servicerobotik mit einem globalen Plus von 4 Prozent im Vergleich zur Industrierobotik zwar bescheiden zu. In diesem Sektor besteht aber laut Martin Hägele, Abteilungsleiter Roboter- und Assistenzsysteme des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, »ein anhaltendes Wachstumspotenzial«. Deswegen rechnet die World Robotics Statistik in den Jahren 2014 bis 2017 mit etwa 31 Millionen verkauften Servicerobotern. Dies würde einem Wert von über 11 Milliarden US Dollar entsprechen.
Nicht zuletzt aufgrund der kontinuierlich wachsenden Alterserwartung nehmen die Einsatzzahlen von Assistenzrobotern erstmals wahrnehmbar zu. Dieser Trend wird sich nach Einschätzung des Fraunhofer IPA innerhalb der nächsten Jahre fortsetzen. Für die Haushaltroboter wie Robosauger, Rasenmähroboter und andere mobile Roboter in Alltagsumgebungen zeichnet sich nach der World Robotics Statitsik eine erhebliche Nachfrage ab: eine Zunahme von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. »Zukünftige Produktideen betreffen Haushaltsroboter mit größerer Komplexität, Leistungsfähigkeit und höherem Wert«, prognostiziert Martin Hägele die Entwicklung der kommenden Jahre. »Das meint vor allem Assistenzroboter für Senioren, für Haushaltsaufgaben und für den Bereich Edutainment.«
Vor allem die Nachfrage nach Servicerobotern in Logistikanwendungen hat im gewerblichen Bereich mit einem Wachstum von satten 37 Prozent gegenüber dem Jahr 2012 sehr stark zugelegt. Der größte Anteil entfällt dabei auf automatisch geführte Fahrzeuge (AGV) für Transportaufgaben in der industriellen Logistik und im Handel. Hägele geht davon aus, dass der Markt für AGV in den kommenden Jahren weiter erheblich wachsen wird. Nach seiner Einschätzung gibt es dafür drei Hauptgründe: Einmal die rasch zunehmende Digitalisierung der Produktionen, die vollautonomes Navigieren erlaubt, dann längere Betriebszeiten der Roboter durch kürzere Ladevorgänge wegen verbesserter Energiespeichertechnologien und drittens die inzwischen anerkannte Verlässlichkeit von AGV-Lösungen.