Fitte Seniorinnen sind als Ratgeber gefragt, wenn es um die Entwicklung von Produkten für Ältere geht. Foto: epd

Fitte Seniorinnen sind als Ratgeber gefragt, wenn es um die Entwicklung von Produkten für Ältere geht. Foto: epd

Wie lassen sich wohnortnahe Angebote und Netzwerke in Quartieren schaffen? Wie können ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben? Welche technische Unterstützung wünschen sie sich dafür? Das Projektvorhaben QuartiersNETZ der Stadt Gelsenkirchen, der Fachhochschule Dortmund, der Universität Vechta, des Forschungsinstituts Geragogik und weiterer Partner baut auf einen innovativen Ansatz: Seniorinnen und Senioren entwickeln gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft konkrete Ideen für Technik
gemäß ihrer Bedürfnisse – ein partizipativer Ansatz, der bereits belohnt wurde: Beim Wettbewerb „Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Projektidee aus 78 Anträgen unter die besten zwölf gewählt. Es geht um viel – denn fünf Projekte erhalten am Ende eine Förderung des BMBF zur Umsetzung der Projektidee in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro.
Was zeichnet das Projekt aus?
„Das Einzigartige an der Projektidee ist der partizipative Ansatz“, sagt Projektleiterin Sabine Sachweh, Professorin für angewandte Softwaretechnik an der FH Dortmund. „Wir binden ältere Menschen als (Ko)-Produzenten ein. Sie sind von Anfang an dabei und entwickeln gemeinsam mit Dienstleistern soziale und technische Lösungen. Damit verbessern wir nicht nur den direkten Austausch zwischen allen Beteiligten, sondern können auch sicher sein, dass wir die Anforderungen und Bedürfnisse einer sehr heterogenen Gruppe nachhaltig berücksichtigen.“ Dass dieser Ansatz gut ankommt, zeigen die lebendigen Treffen der Partizipationsteams – bei denen in der Projektvorbereitung bereits 135 Seniorinnen und Senioren sowie Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft gemeinsam Ideen und Wege zur Umsetzung entwickeln. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie soziale Vernetzung, Kommunikation und Informationsaustausch durch Technik ermöglicht und gestärkt werden können. Technische Hilfsmittel wie zum Beispiel Fernbedienungen müssen einfach, praktikabel und kontrollierbar sein. Sprachsteuerung darf Personen, die Dialekt sprechen, nicht ausschließen. Und jegliche Einschränkungen wie zum Beispiel beim Hören oder Sehen müssen in der Entwicklung mitgedacht werden. Lässt sich das Modell auf andere Regionen übertragen? „Das Projekt bietet Lösungen, wie sich die Herausforderungen des demografischen Wandels technikgestützt und durch die Seniorinnen und Senioren erfolgreich meistern
lassen. Das ist eine einmalige Chance für die Stadt Gelsenkirchen, das gesamte Ruhrgebiet und für andere Ballungsräume“, sagt Wilfried Reckert, Seniorenbeauftragter der Stadt Gelsenkirchen. „Das Ruhrgebiet ist anderen Regionen beim demografischen Wandel fünf bis zehn Jahre voraus.“ Das Projekt QuartiersNETZ habe auch wegen seines partizipativen Ansatzes Potenzial, auf weitere Städte und Regionen in NRW und ganz Deutschland übertragen zu werden.
Wie geht es weiter?
Antragsabgabe ist am 30. August 2013, am 8. Oktober 2013 wird das Konzept im BMBF
präsentiert und am 9. Oktober 2013 darüber entschieden.
Kontakt
Wer mehr erfahren oder sich aktiv beteiligen möchte, wendet sich an:
Silke Stamp
c/o neues handeln GmbH
Lindenstraße 20, 50674 Köln
Tel.: 0221 160 82 – 38
E-Mail: presse@quartiersnetz.de