Altersdiskriminierung ist (k)ein Kavaliersdelikt. Foto: epd

In der Studien “Benachteiliung aufgrund des Lebensalters in der praktischen Arbeit von zivilgesellschaftlichen Orangisationen” wurden Seniorenorganisationen, Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Verbraucherzentralen, Frauen- und Behindertenverbände befragt. Ihnen wurden elf Fragen zu den Themen, ob ihnen Diskriminierungen gemeldet wurden befragt und in welchen Lebensbereichen diese auftrtaten. Weiter wurde ermittelt, was die Organisationen den Betroffenen anbieten und welche Unterstützung diese sich selbst wünschten. Der Fragebogen kontte in der Zeit vom 16. November bis zum 23. Dezember 2011 online oder schriftlich ausgefüllt werden.
 
–          Von den befragten Anlaufstellen erhielten mehr als die Hälfte (57 %) Beschwerden von Menschen, die sich aufgrund ihres Lebensalters benachteiligt sahen.
–          Ältere Menschen fühlen sich demnach vor allem in der Rolle als Verbraucherinnen und Verbraucher (diese wurde etwa 58% der Organisationen bekannt) und als Patientinnen und Patienten (56%) benachteiligt.
–          Im Bereich Arbeitswelt ist der häufigste Grund für Beschwerden das Herausdrängen älterer Beschäftigter aus Unternehmen (29%) . Auch die Bevorzugung jüngerer Bewerberinnen und Bewerber bei der Einstellung wird nach Angaben der befragten Organisationen überdurchschnittlich häufig genannt.
–          Die Organisationen (72%) gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus, die ihnen offensichtlich nur ein kleiner Teil der Diskriminierungen angezeigt werden Laut Einschätzung der beteiligten Organisationen gibt es bei älteren Menschen zum einen erhebliche Hemmungen, gegen Verhaltensweisen vorzugehen, die als diskriminierend erlebt werden. Zumindest teilweise scheint das auf die Sorge zurückzuführen zu sein, im Falle einer Beschwerde weitere Nachteile zu erleiden. Zum anderen gehen die befragten Organisationen davon aus, dass Benachteiligungen aufgrund des Lebensalters als normal erlebt werden (43%)
–          93% der Befragten würden gerne mehr über Unterstützung bei Altersdiskriminierung erfahren. Handfeste Infos fordern 80& währden 62% mit Anregungen und schriftlichem Material (61%) zufrieden wären.
 
Eine Übersicht der wichtigsten Umfrageergebnisse sowie weitere Einzelheiten der gemeinsamen Erhebung von ADS, BAGSO und KDA finden Sie unter www.antidiskrimierungsstelle.de sowie www.bagso.de.
Die BAGSO vertritt über ihre 109 Mitgliedsorganisationen rund 13 Mio. ältere Menschen. Als Lobby der Älteren vertritt sie deren Interessen gegenüber Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Sie tritt u.a. dafür ein, dass das Lebensalter keine Rolle für die Frage spielen darf, ob jemand etwas (noch) kann oder nicht.
Die ADS berät Menschen, die Diskriminierung erlebt haben, und klärt sie über ihre Rechte auf. Etwa 20 % der Anfragen an die ADS betreffen Diskriminierungen aufgrund des Lebensalters. Das KDA setzt sich seit 1962 für die Lebensqualität und Selbstbestimmung älterer Menschen ein. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten führen Experten Projekte und Studien durch.
Das KDA berät Ministerien, Kommunen, Unternehmen und Sozialverbände, bietet Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Führungs- und Fachkräfte an und informiert die Öffentlichkeit durch Tagungen und Publikationen.
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
Ursula Lenz
E-Mail: lenz@bagso.de
Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)
Sebastian Bickerich
Glinkastr. 24
10117 Berlin
Tel.: 030 / 18 555-18 55
E-Mail: Sebastian.Bickerich@ads.bund.de
www.antidiskriminierungsstelle.de
Hier finden Sie die Studie:
http://tinyurl.com/75ky377