Botschafterin des neuen Gütesiegels ist Adelheid Kuhlmey, Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie an der Berliner Charité.

Ein neues Siegel soll Senioren in Deutschland mehr Sicherheit und Orientierung beim Einkauf geben und Einzelhändler motivieren, die Generation 60+ stärker in den Fokus ihrer Unternehmensphilosophie zu rücken. Seit der Einführung des Siegels im November haben sich über 50 Einzelhändler und Online-Versandhäuser für eine Teilnahme beworben.
Die Bewertung erfolgt anhand eines umfassenden Kriterienkataloges. Wichtige Kriterien für einen seniorengerechten Markt sind unter anderem ausreichende Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen, gut lesbare Produktausschilderungen und Preisangaben sowie Kleinpackungen für Singlehaushalte. Für Online-Versandhäuser gelten neben einer klar strukturierten Internetseite mit Mindestschriftgröße eine verständliche Sprache sowie das Angebot einer Service-Rufnummer als maßgebliche Bewertungskriterien zum Erwerb des Gütesiegels. Nach umfangreicher Prüfung werden die ersten Märkte und Online-Versandhäuser im März 2012 mit dem „Seniorengerecht“-Siegel ausgezeichnet.
Dass das Einkaufen im Supermarkt dringend seniorenfreundlicher werden muss, ist auch das Ergebnis einer bereits im Frühjahr 2007 durchgeführten Umfrage „Supermarkt – alles super?“ der Verbraucherzentralen und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) mit über 3.000 Teilnehmern. Hierbei könne das Siegel helfen, indem es dem Handel als Wegweiser neue Impulse und Denkanstöße gebe, glaubt Sven Lilienström, der Organisator des Seniorensiegels. „Natürlich muss sich die neue Auszeichnung noch am Markt und in der Zielgruppe der Senioren ab 60 etablieren“, so Lilienström. „Die ersten Reaktionen des Handels sind aber äußerst positiv. Der Informationsbedarf ist riesig und bestätigt uns darin, dass ein Gütesiegel mit starkem Wiedererkennungswert und Identifikationscharakter überfällig ist – sowohl für den Handel als auch für viele der befragten Senioren“.