Gut aufgehoben: Wer das richtige Heim ausgewählt hat, steigert seine Lebensqualität. Foto: oh

Wer für sich oder die alten Eltern einen Heimplatz sucht, möchte keinen Fehlgriff landen. Bei der Auswahl des richtigen Heimes helfen Beurteilungen und Begutachtungen, die nach vergleichbaren Kriterien erstellt wurden. Im Internetportal www.heimverzeichnis.de sind bereits mehr als 2000 Alten- und Pflegeheime verzeichnet. Das Online-Angebot kommt den Wünschen der Generation 70 plus entgegen. Vor allem aber ihren Angehörigen, die nach Orientierung suchen bei der Auswahl eines Heimplatzes für ihre Eltern.
Dass Lebensqualität und Wohlfühlfaktoren keine rein subjektiven Empfindungen, sondern nachprüfbare Größen sind, zeigt die Arbeit der rund 150 ehrenamtlichen Gutachterinnen und Gutachter, die seit rund zwei Jahren im Auftrag der unabhängigen Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung (BIVA) e.V. in ganz Deutschland unterwegs sind. Ihre Fragebögen umfassen 121 Bewertungskriterien, die das Frankfurter Institut für Soziale Infrastruktur (ISIS) nach wissenschaftlichen Standards entwickelt hat. Dies geschah in Anlehnung an die Standards der Weltgesundheitsorganisation, in Anlehnung an die „Charta der Rechte der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen“ sowie unter Berücksichtigung der derzeit vorliegenden Forschungsergebnisse. Die zusammengestellten Kriterien decken die Dimensionen Teilhabe, Autonomie und Menschenwürde ab. Einrichtungen, die in jeder dieser drei Kategorien mindestens 80 Prozent der Bewertungskriterien erfüllen, erhalten aufgrund des Begutachtungsberichts den begehrten „Grünen Haken“, der immer nur für ein Jahr vergeben wird.
Ansprüche an Altenheime sind gestiegen
Immer mehr Alten- und Pflegeheime stellen sich der Begutachtung durch die Gutachterinnen und Gutachter des Heimverzeichnisses. Sie tun dies, um ihre gute Arbeit sichtbar zu machen, aber auch weil sie wissen, dass die Ansprüche an die Einrichtungen gestiegen sind. Wer die eigenen vier Wände aus Alters- oder Gesundheitsgründen aufgibt, will nicht nur versorgt werden, sondern möchte sich im neuen Zuhause rundherum wohlfühlen. So möchte man beispielsweise nicht plötzlich auf liebgewonnene Einrichtungsgegenstände verzichten oder sich an streng festgelegte Essenszeiten halten. Vielen ist auch der Schutz ihrer Privatsphäre besonders wichtig, wozu unter anderem der eigene Briefkasten oder die Schlüsselgewalt über den persönlichen Wohnbereich gehören.
Lebensqualität aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner
Rund sechs Stunden Zeit nimmt sich ein Gutachter, um herauszufinden, ob sich die Bewohnerinnen und Bewohner eines Heims dort „wie zu Hause“ fühlen können. „Lebensqualität definieren wir aus der Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner, ganz konkret aus dem erlebten Alltag. Daher fragen wir die Bewohnerinnen und Bewohner, wie sie die Angebote in den einzelnen Lebensbereichen erfahren und ob diese ihren Wünschen und Vorstellungen entsprechen. Ihre Antworten fließen in unsere Begutachtungsergebnisse ein“, erklärt Heinz Drenkberg, ehrenamtlicher Gutachter und Vorsitzender der BIVA. Darüber hinaus begehen die Gutachter das jeweilige Haus, nehmen an einer Mahlzeit teil und führen Interviews mit Heim- und Pflegedienstleitung sowie dem Bewohnerbeirat. Sind genügend Kriterien erfüllt, erhält das Haus die begehrte Urkunde mit dem „Grünen Haken“, der dann ganz offiziell Lebensqualität und Verbraucherfreundlichkeit ausweist.