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7. März: Klick-Betrüger, Demenz vorbeugen und Line Dance

Noch nie war es so einfach, sich bequem von daheim aus den angenehmen Dingen des Lebens zu widmen. Haben Sie vielleicht Ihren Urlaub über eine der gängigen Plattformen im Internet gebucht und freuen sich bereits darauf, dass es bald losgeht, in die Berge, ans Meer oder zum Städtetrip? Und haben Sie vielleicht auch noch etwas im Internet bestellt, das Ihnen die nächsten Tage ins Haus geliefert wird? Dann sind Sie jetzt sicher glücklich und zufrieden. Aber: Sie sind in Gefahr! Denn Sie könnten eine hübsche Stange Geld verlieren, wenn Sie einen falschen Klick am Computer machen. Etwa dann, wenn Sie eine Mail erhalten, in der Sie aufgefordert werden, Ihr gebuchtes Hotelzimmer rasch zu bezahlen, weil die Nachfrage nach Bettenkontingenten am Urlaubsort plötzlich stark angestiegen ist. Am besten sollen Sie gleich online unter Angabe Ihrer Bankkarten-Nummer und des dreistelligen Sicherheitscodes auf der Rückseite der Karte überweisen. Sonst könne man das Zimmer keinen Tag länger reservieren, heißt es drohend.

»Bloß nicht zahlen«, warnt Kriminalhauptkommissar Michael Sporrer vom Polizeipräsidium Mittelfranken. Denn es handelt sich um einen versuchten Trickbetrug. Online-Betrüger schaffen es immer öfter, sich in Buchungsportale von Hotels und Herbergen einzuloggen und mit gefälschten Nachrichten Kunden zu überrumpeln und abzuzocken. »Sie nutzen den Chatverlauf mit dem Hotel«, erläutert Sporrer. Die Reise-Interessenten lesen in der – gefakten – Mail ihre eigenen Angaben, zum Beispiel, für wie lange sie welches Zimmer nutzen wollen, wie die Ausstattung sein soll und wann die Anreise geplant ist. Alles sieht täuschend echt aus. Nur: Das Hotel will tatsächlich kein Geld im Voraus und ahnt nichts davon, dass in seinem Namen Gäste übers Ohr gehauen werden. Die Täter bitten oft auch freundlich, einen Link anzuklicken … Dann allerdings droht neues Ungemach: Mithilfe solcher Phishing-Mails wird der Computer nach interessanten Daten ausspioniert. Namen und Wohnadresse, Kontodaten und Versicherungen fallen so leicht in die Hände von Trickdieben und Online-Gaunern.

Niemals anklicken, rät Sporrer, der stellvertrender Leiter der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Nürnberg ist. »Und »schauen Sie zuerst immer in die Buchung selbst, ehe sie etwas tun.« Findet sich dort der Hinweis, dass man kostenfrei buchen und bis zu einem bestimmten Tag unentgeltlich stornieren kann, dann ist niemand verpflichtet, schon vor der Anreise etwas zu bezahlen. Wie schnell man auf Lug und Trug in der Online-Welt hereinfallen kann, hat Michael Sporrer am eigenen Leib erfahren. Er ist selbst schon Betrügern auf den Leim gegangen, weil die Mails perfekt getarnt waren. Der Experte weiß, warum man leichte Beute von solchen digitalen Angreifern wird: »Es wird immer Zeitdruck aufgebaut.« So zum Beispiel auch in gefälschten SMS-Nachrichten, die auf dem Smartphone erscheinen. »Ihr DHL-Paket konnte nicht zugestellt werden«, heißt es da zum Beispiel. Wer tatsächlich gerade im Internet bestellt hat, hält diese Botschaft für echt. Im Fortgang wird dann dazu aufgefordert, einen neuen Ablageort festzulegen und die Kreditkartennummer anzugeben, ebenfalls wird nach dem Sicherheitscode gefragt. Natürlich müsse alles ganz schnell gehen damit die Sendung anderntags wirklich geliefert werden kann …

Kriminalhauptkommissar Michael Sporrer kann eine Menge Geschichten erzählen von Menschen, die auf die geschickt getarnten Falschnachrichten hereingefallen sind. Inzwischen berät er auch Kommunalpolitiker, die häufig Ziel solcher Attacken oder auch von gefürchteten Schockanrufen werden, sowie Verwaltungen, die von gefakten Nachrichten der »Sparkasse« oder von dubiosen »Microsoft-Beratern« heimgesucht werden. Sporrer ist mittlerweile als Fachmann weithin bekannt. Der niederbayerische Kabarettist Tom Bauer (»Tom mit dem Hut«) hat ihn als Partner für ein »Präventionsprogramm« auf die Bühne geholt. In heiterer Form schildern sie in »Ned mit mir!«, wie man Trickdiebe austricksen kann – wenn man ihre Maschen kennt. Am 2. März um 15 Uhr sind Tom Bauer und Michael Sporrer mit »Ned mit mir« im Wildbadsaal Weißenburg zu sehen, am 29. April um 15 Uhr in der Eichwaldhalle in Puschendorf im Landkreis Fürth, am 15. September um 14 Uhr in der Stadthalle Fürth und am 9. November um 14 Uhr in der Neustadthalle in Neustadt/Aisch.
Text: Elke Graßer-Reitzner
Foto: NN-Archiv
→ Sa, 7.3., 11 Uhr

Was ist gut für unser Gehirn?

Foto: Jasmin Szabo, Klinikum Nürnberg

Im Kopf fit zu bleiben, das wünschen wir uns alle. Professor Dr. Markus Gosch ist Leiter der Geriatrie-Abteilung am Klinikum Nürnberg und erläutert, was jeder tun kann, um Demenz vorzubeugen. »Auf die genetische Disposition, die man von seinen Eltern mitbekommen hat, hat man keinen Einfluss«, sagt der Mediziner. Umso wichtiger sei daher eine bewusste Lebensweise. »Ein gesunder Geist braucht einen gesunden Körper«, betont der Fachmann. »Die Eckpfeiler sind gute medizinische Versorgung, viel Bewegung, eine mediterrane Ernährung sowie soziale Kontakte.«

Für eine wirksame Demenzprävention sollte man laut Professor Gosch Risikofaktoren minimieren. Was viele nicht wissen: Dazu zählen auch ein schlechtes Hör- und Sehvermögen. »Wer Personen nicht mehr erkennt, einem Gespräch nicht folgen oder bei Restaurantbesuchen die Speisekarte nicht entziffern kann, reagiert oft mit Rückzug«, sagt er. Isolation wiederum führe zu Vereinsamung und Depressionen, die Demenz begünstigen. Er fordert deshalb, ein Nachlassen von Hör- und Sehvermögen nicht als typische Alterserscheinung hinzunehmen, sondern die Mängel mit Hörgerät oder Brille zu kompensieren.   Auch Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes steigern das Demenzrisiko. »Betroffene sollten sich regelmäßig bei Spezialisten durchchecken und medikamentös gut einstellen lassen«, sagt Gosch.

Zu einer gesunden Lebensweise gehöre auch der Verzicht auf das Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum. »Beides gilt als Demenz-Treiber«, konstatiert der Mediziner – ebenso wie Kopfverletzungen. Es sei essenziell, den Kopf beim Sport und Fahrradfahren zu schützen. Schon kleine, wiederholte Traumata können sich negativ auswirken. Impfung kann das Demenzrisiko verringern Besonders interessant: Kürzlich hat man entdeckt, dass die Impfung gegen Gürtelrose das Demenzrisiko verringern kann. Sie wird Menschen über 60 Jahren empfohlen, die sich als Kind mit Windpocken infiziert haben. Die Erreger bleiben lebenslang im Körper und können – wenn das Immunsystem im Alter schwächelt – einen schmerzhaften Ausschlag verursachen. Man nimmt an, dass die Impfung gegen Gürtelrose das schlummernde Varizella-Zoster-Virus daran hindert, sich zu reaktivieren und Entzündungen im Gehirn, Neuroinflammationen genannt, zu verursachen, die langfristig gesundes Gehirngewebe schädigen können.

Auch sonst kann jeder eine Menge dafür tun, um kognitive Fähigkeiten lange zu bewahren und Lebensqualität zu sichern. »Freundschaften pflegen, sich um Familienmitglieder kümmern, sich in Vereinen engagieren oder ehrenamtlich tätig sein: Das alles bereitet nicht nur Freude, es hält auch das Gehirn aktiv«, betont Professor Gosch. Wichtig sei, Sport zu treiben oder sich regelmäßig zu bewegen. Die Deutsche Hirnstiftung betont, dass Menschen, die täglich rund 9000 Schritte gehen, ein deutlich niedrigeres Demenz-Risiko haben. Schon ab etwa 4000 Schritten soll sich ein schützender Effekt zeigen.

Bei einer Welt in ständigem Wandel wird immer wieder die Forderung nach »lebenslangem Lernen« laut, um den Anschluss nicht zu verlieren. Es sei aber auch ausgesprochen gut für den Kopf, sagt Gosch und appelliert: »Raffen Sie sich dazu auf, Neues auszuprobieren, fangen Sie an zu tanzen, machen sie ein Seniorenstudium oder eine Fortbildung.« Durch solche Herausforderungen werden neue Areale im Gehirn angesprochen, altersbedingte Schäden können besser ausgeglichen werden. Auch Kreuzworträtsel, Sudoku, Schach oder Logikspiele trainieren die grauen Zellen. Die Tatsache, dass es immer mehr Menschen mit Demenz gibt, liegt laut dem Chefarzt daran, dass aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl der älteren Menschen zunimmt. »Dank der Gesundheitsförderung und des gesteigerten Bewusstseins in der Bevölkerung sinkt jedoch das Risiko für das Individuum im Vergleich zu früheren Generationen.« Bis vielleicht irgendwann Medikamente zur Verfügung stehen, die eine Heilung bewirken können, plädiert er dafür, den Fokus vor allem auf eine gesunde, aktive Lebensführung zu legen. »Damit kann man unheimlich viel erreichen.«
Text: Alexandra Voigt
→ Sa, 7.3., 13:30 Uhr

Weitere Programmpunkte auf der sechs+sechzig-Aktionsbühne der inviva-Messe am Samstag, 7.3.:

Kraftquelle aus Fernost

Mit sanften, fließenden Bewegungen Körper, Geist und Atmung in Einklang bringen, mit dem Ziel, die Lebensenergie Qi zu stärken: Das gelingt mit der meditativen chinesischen Kampfkunst Tai Chi. Die Tai-Chi-/Qi-Gong-/Yoga-Abteilung des TSV Altenfurt gibt Einblicke in diese Sportart, die sich für jedes Alter eignet. Mit Tai Chi wird nicht nur der Körper gesund und fit gehalten, die langsamen Bewegungen fördern auch die Konzentrationsfähigkeit und die Körperwahrnehmung.
→ Fr, 6.3., 10:30 und 11:30 Uhr

Wehrhaft statt hilflos

Viele Ältere fühlen sich unwohl und unsicher, wenn sie nach Einbruch der Dunkelheit alleine draußen unterwegs sind. Was will man schon ausrichten gegen einen kräftigeren Gegner? Es gibt aber erstaunlich einfache Methoden, sich gegen Angreifer zu wehren. Norbert Köhler von der Nürnberger Akademie 60plus stellt Techniken zur Erstabwehr vor. Mit diesen Methoden der Selbstverteidigung hat man das Überraschungsmoment auf seiner Seite – und oft lässt der Angreifer direkt von seinem Opfer ab.
→ Sa, 7.3., 12:30 Uhr

Gemeinsamer Rhythmus

Wer zum ersten Mal einen Line Dance sieht, muss unwillkürlich an Westernhüte, Cowboystiefel und Country Music denken. Tatsächlich ist der choreografierte Reihentanz im 20. Jahrhundert in den USA entstanden und populär geworden. Line Dance ist ein Gruppentanz und damit ein Gegenstück zu den in Europa eher üblichen Paartänzen. Und das ist ein großer Vorteil des Line Dance, wie Tanzlehrerin Birgit Ritter von der Akademie 60plus in Nürnberg sagt: »Wir tanzen gemeinsam und benötigen trotzdem keinen Partner.« Beim Line Dance stehen die Tänzer neben- oder hintereinander. Die Choreografien bestehen meist aus 32 Schritten, die sich zur Musik wiederholen, oft mit Drehungen in vier Richtungen. Weil das ganz schön kompliziert sein kann, hat Birgit das Lernkonzept »Line Dance light« entwickelt. Damit kann der Tanzsport auch älteren Personen gut nahegebracht werden, ohne dass jemand Sorge haben muss, es müssten zu viele schnelle Drehungen und Sprünge absolviert werden. »Wir schlagen gleich drei Fliegen mit einer Klappe«, sagt Trainerin Ritter, »denn Line Dance ist Training für Körper, Geist und Seele. Wir bleiben in Bewegung, lernen Choreografien für das nach der Musik abgestimmte Tanzen in ›Lines‹ und treffen uns für gemeinsame Abtanzabende und -veranstaltungen mit Live-Musik.« Line Dance wird zu unterschiedlichen Musikstilen ausgeübt. Nicht nur Country, sondern auch Modernes und Schlager-Songs sind die Basis für die Bewegung zum Takt der Musik. Birgit Ritter hat eine Ausbildung zur Tanztrainerin für Line Dance absolviert, aber auch die Ausbildung zur Tanzleiterin für ErlebnisTanz des Bundesverbands Seniorentanz, um das inzwischen seit zehn Jahren praktizierte Training professionell abzurunden.
→ Sa, 7.3., 13 und 15:30 Uhr

Gefahrenort eigenes Heim

Das Leben ist gefährlich – und leider ganz besonders in den eigenen vier Wänden. Rund 2,8 Millionen Menschen verunglücken in Deutschland pro Jahr im Haushalt, 12.000 Menschen finden bei Unfällen in der häuslichen Umgebung gar den Tod. Und mehr als 80 Prozent der tödlich Verunglückten sind ältere Menschen. Zum Vergleich: Im Straßenverkehr lassen jährlich »nur« etwa 2700 Menschen ihr Leben. Grund genug also, sich mit den Unfallgefahren einmal genauer auseinanderzusetzen. Martin Wiedenbauer vom Stadtseniorenrat Nürnberg identifiziert die größten Gefahrenquellen wie Stolperfallen, denn die häufigste Unfallursache mit Todesfolge sind Stürze. Aber auch Vergiftungen, Unfälle mit Feuer und Rauch oder der Umgang mit Medikamenten wird der Experte in seiner Präsentation ansprechen. Er gibt zudem Tipps, wie man die Gefahren, wenn sie sich auch nicht ganz abstellen lassen, so doch minimieren kann.
→ Sa, 7.3., 15 Uhr

Mobil und standfest im Alter

Stürze im Alter stellen ein großes Risiko dar. Sie führen nicht nur zu Knochenbrüchen, sondern können auch die Selbstständigkeit und Lebensqualität stark einschränken. Mit gezielten Übungen lassen sich Kraft, Gleichgewicht und Beweglichkeit deutlich verbessern. Ein wirksames und wissenschaftlich gut untersuchtes Konzept ist das Otago-Übungsprogramm. Es wurde ursprünglich in Neuseeland entwickelt, wird heute weltweit eingesetzt und zählt zu den erfolgreichsten Programmen zur Sturzprävention. Die Übungen kräftigen gezielt die Beinmuskulatur, verbessern das Gleichgewicht und fördern die Beweglichkeit der Gelenke. Dadurch wird nicht nur die Gefahr eines Sturzes geringer – auch schon vorhandene Unsicherheit und Ängste nehmen ab. Die Übungen sind so gestaltet, dass sie ohne aufwendige Geräte durchgeführt werden können. Siggi Kaiser vom Nürnberger Post Sportverein stellt das Trainingsprogramm auf der sechs+sechzig-Aktionsbühne vor.
→ Sa, 7.3., 14:30 und 16 Uhr

Das komplette inviva-Programm auf der sechs+sechzig-Aktionsbühne

Eine Übersicht über alle Vorträge und Veranstaltungen auf der sechs+sechzig-Aktionsbühne der inviva-Messe (4. bis 8. März) im Nürnberger Messezentrum finden Sie hier: https://service.magazin66.de/events/liste/?tribe-bar-search=inviva

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