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Vorsicht Klick-Betrüger, nicht zahlen!

Noch nie war es so einfach, sich bequem von daheim aus den angenehmen Dingen des Lebens zu widmen. Haben Sie vielleicht Ihren Urlaub über eine der gängigen Plattformen im Internet gebucht und freuen sich bereits darauf, dass es bald losgeht, in die Berge, ans Meer oder zum Städtetrip? Und haben Sie vielleicht auch noch etwas im Internet bestellt, das Ihnen die nächsten Tage ins Haus geliefert wird? Dann sind Sie jetzt sicher glücklich und zufrieden. Aber: Sie sind in Gefahr! Denn Sie könnten eine hübsche Stange Geld verlieren, wenn Sie einen falschen Klick am Computer machen. Etwa dann, wenn Sie eine Mail erhalten, in der Sie aufgefordert werden, Ihr gebuchtes Hotelzimmer rasch zu bezahlen, weil die Nachfrage nach Bettenkontingenten am Urlaubsort plötzlich stark angestiegen ist. Am besten sollen Sie gleich online unter Angabe Ihrer Bankkarten-Nummer und des dreistelligen Sicherheitscodes auf der Rückseite der Karte überweisen. Sonst könne man das Zimmer keinen Tag länger reservieren, heißt es drohend.

»Bloß nicht zahlen«, warnt Kriminalhauptkommissar Michael Sporrer vom Polizeipräsidium Mittelfranken. Denn es handelt sich um einen versuchten Trickbetrug. Online-Betrüger schaffen es immer öfter, sich in Buchungsportale von Hotels und Herbergen einzuloggen und mit gefälschten Nachrichten Kunden zu überrumpeln und abzuzocken. »Sie nutzen den Chatverlauf mit dem Hotel«, erläutert Sporrer. Die Reise-Interessenten lesen in der – gefakten – Mail ihre eigenen Angaben, zum Beispiel, für wie lange sie welches Zimmer nutzen wollen, wie die Ausstattung sein soll und wann die Anreise geplant ist. Alles sieht täuschend echt aus. Nur: Das Hotel will tatsächlich kein Geld im Voraus und ahnt nichts davon, dass in seinem Namen Gäste übers Ohr gehauen werden. Die Täter bitten oft auch freundlich, einen Link anzuklicken … Dann allerdings droht neues Ungemach: Mithilfe solcher Phishing-Mails wird der Computer nach interessanten Daten ausspioniert. Namen und Wohnadresse, Kontodaten und Versicherungen fallen so leicht in die Hände von Trickdieben und Online-Gaunern.

Niemals anklicken, rät Sporrer, der stellvertrender Leiter der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Nürnberg ist. »Und »schauen Sie zuerst immer in die Buchung selbst, ehe sie etwas tun.« Findet sich dort der Hinweis, dass man kostenfrei buchen und bis zu einem bestimmten Tag unentgeltlich stornieren kann, dann ist niemand verpflichtet, schon vor der Anreise etwas zu bezahlen. Wie schnell man auf Lug und Trug in der Online-Welt hereinfallen kann, hat Michael Sporrer am eigenen Leib erfahren. Er ist selbst schon Betrügern auf den Leim gegangen, weil die Mails perfekt getarnt waren. Der Experte weiß, warum man leichte Beute von solchen digitalen Angreifern wird: »Es wird immer Zeitdruck aufgebaut.« So zum Beispiel auch in gefälschten SMS-Nachrichten, die auf dem Smartphone erscheinen. »Ihr DHL-Paket konnte nicht zugestellt werden«, heißt es da zum Beispiel. Wer tatsächlich gerade im Internet bestellt hat, hält diese Botschaft für echt. Im Fortgang wird dann dazu aufgefordert, einen neuen Ablageort festzulegen und die Kreditkartennummer anzugeben, ebenfalls wird nach dem Sicherheitscode gefragt. Natürlich müsse alles ganz schnell gehen damit die Sendung anderntags wirklich geliefert werden kann …

Kriminalhauptkommissar Michael Sporrer kann eine Menge Geschichten erzählen von Menschen, die auf die geschickt getarnten Falschnachrichten hereingefallen sind. Inzwischen berät er auch Kommunalpolitiker, die häufig Ziel solcher Attacken oder auch von gefürchteten Schockanrufen werden, sowie Verwaltungen, die von gefakten Nachrichten der »Sparkasse« oder von dubiosen »Microsoft-Beratern« heimgesucht werden. Sporrer ist mittlerweile als Fachmann weithin bekannt. Der niederbayerische Kabarettist Tom Bauer (»Tom mit dem Hut«) hat ihn als Partner für ein »Präventionsprogramm« auf die Bühne geholt. In heiterer Form schildern sie in »Ned mit mir!«, wie man Trickdiebe austricksen kann – wenn man ihre Maschen kennt.  Tom Bauer und Michael Sporrer sind mit »Ned mit mir« am 29. April um 15 Uhr in der Eichwaldhalle in Puschendorf im Landkreis Fürth, am 15. September um 14 Uhr in der Stadthalle Fürth und am 9. November um 14 Uhr in der Neustadthalle in Neustadt/Aisch zu sehen.

Text: Elke Graßer-Reitzner
Foto: NN-Archiv

 

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