Wochenplan für Demente. Foto: epd

Wochenplan für Demente. Foto: epd

Anne Fink, Thomas Fritze und Gabriele Doblhammer vom Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels haben bei ihren Berechnungen auf anonymisierte Abrechnungsdaten der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) zurückgreifen können. Die drei Wissenschaftler/innen konnten dann aufgrund der hohen Fallzahlen für jedes Alter ab 65 Jahren die relative Häufigkeit der Demenzerkrankungen (Prävalenz) errechnen. Um kurzfristige Trends zu er – fassen, untersuchten die Autoren, wie sich die relativen Fallzahl von 2007 bis 2009 entwickelt haben. Sie fanden generell heraus:

– das Risiko, an Demenz zu erkranken, ist im Alter von 65 Jahren noch relativ gering (1,2 Fälle      auf 100 Frauen, Männern1,5)

– bis 85 steigt das Risiko exponentiell und verdoppelt.

– die Zahl erkrankten Frauen steigt sogar über die der Männer

– ab 85 verlangsamt sich die Zunahme der Erkrankungen.

– bei den 100-Jährigen sind 33 von 100 Männern und 47 von 100 Frauen an Demenz erkrankt.

Allerdings ist zwischen 2007 und 2009 bei den Frauen im Alter von 75 bis 84 Jahren ein deutlicher Rückgang der Prävalenz um 2% zu erkennen (Ähnliches ist bei Männern zu erkennen). D.h. nicht, dass die absolute Zahl der Demenzkranken abnimmt, da einerseits die Lebenswartung steigt und andererseits die Zahl Demenzgefährdeter, aufgrund geburtenstarker Jahrgänge, zunimmt. Wichtig bei dem festgestellten Zahlen scheint zu sein, dass Alterskrankheiten wie, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus und Übergewicht im mittleren Erwachsenenalter besser behandelt werden. Ebenso wichtig: geistige und körperliche Fitness im Alter zu.

Außerdem untersuchten Fink und Doblhammer in einer weiteren Studie den Einfluss von Behandlungen auf den Verlauf der Demenzerkrankung: “So hatten Demenzkranke, die von einem Neurologen oder Psychiater betreut wurden, sowohl ein deutlich niedrigeres Sterberisiko als auch niedrigere Risiken für alle drei Pflegestufen“.

Ihr Schluss aus ihren Untersuchungen: Eine verbesserte medizinische Versorgung kommt Patient/innen zu Gute, verlängert das Leben der Demenzerkrankten aber nicht wesentlich. So dass auch die Jahre der Pflegebedürftigkeit die Kosten nicht unbedingt in die Höhe treiben werden.

 

Quelle: Demografische Forschung Aus Erster Hand”. Die Zeitschrift wird vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung, Rostock, in Kooperation mit dem Vienna Institute of Demography/Austrian Academy of Sciences und dem Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital, Wien, dem Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels und dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden herausgegeben.