Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig, die Zahl der Betroffenen bleibt hoch: Rückenschmerzen werden in der traditionellen chinesischen Medizin mit Akkupunktur und Kräutersäckchen behandelt. Foto: epd

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig, die Zahl der Betroffenen bleibt hoch: Rückenschmerzen werden in der traditionellen chinesischen Medizin mit Akkupunktur und Kräutersäckchen behandelt. Foto: epd

Deutschlands Arbeitnehmer meldeten sich im ersten Halbjahr 2015 wieder häufiger krank. Nach einer aktuellen Auswertung der DAK-Gesundheit kletterte der Krankenstand auf 4,1 Prozent. Er hat sich damit im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 0,3 Prozentpunkte erhöht. Etwas mehr als jeder dritte Berufstätige (38,3 Prozent) wurde im ersten Halbjahr 2015 mindestens einmal krankgeschrieben.

Mehr als die Hälfte aller Arbeitsunfähigkeitstage (56 Prozent) entfielen auf drei Diagnosegruppen: Der häufigste Grund waren Muskel-Skelett-Erkrankungen, wie beispielsweise Rückenschmerzen. Jeder fünfte Fehltag (20,6 Prozent) wurde dadurch verursacht. Atemwegserkrankungen folgten knapp dahinter auf Rang zwei mit einem Anteil von 20,4 Prozent an allen Fehltagen. Besonders auffällig: Die Zahl der Krankheitsfälle von Schnupfen und Husten stieg stark – um 45 Prozent – an. Frauen waren deutlich häufiger betroffen als Männer. Die durchschnittliche Erkrankungsdauer betrug 6,6 Tage. Psychische Erkrankungen rangieren mit 15 Prozent auf Rang drei (Vorjahr: 16 Prozent). Hier gab es einen Anstieg bei den Ausfalltagen: Ihre Zahl kletterte bezogen auf 100 Versicherte von 109,8 Tagen im ersten Halbjahr 2014 auf 111,9 Tagen im Vergleichszeitraum in 2015. Darüber hinaus haben Seelenleiden eine sehr lange Erkrankungsdauer – durchschnittlich 36,5 Tage. Das ist die zweitlängste nach den Neubildungen (Krebs). Zum Vergleich: Die durchschnittliche Erkrankungsdauer über alle Krankheitsgruppen betrug 11,7 Tage.

Im regionalen Vergleich waren die Berufstätigen aus den östlichen Bundesländern mit einem Krankenstand von fünf Prozent insgesamt häufiger krankgeschrieben. Im Westen betrug der Anteil vier Prozent. Zurückzuführen ist das vor allem auf eine deutlich höhere Fallhäufigkeit in den östlichen Bundesländern: Insgesamt waren es im ersten Halbjahr 2015 20 Prozent mehr Fälle und im Durchschnitt hat ein Fall fünf Prozent länger als im Westen gedauert. So kommen insgesamt 25 Prozent mehr Fehltage zusammen.

Für die aktuelle Krankenstands-Analyse hat das Berliner IGES Institut die Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten für das erste Halbjahr 2015 ausgewertet.

Die wichtigsten Diagnosen zusammen mit ihrem Anteil an den Fehltagen im ersten Halbjahr 2015/2014

2015
1. Muskel-Skelett-System (20,6 Prozent)
2. Atmungssystem (20,4 Prozent)
3. Psychische Erkrankungen (15 Prozent)
4. Verletzungen und Vergiftungen (10,9 Prozent)
5. Verdauungssystem (5,1 Prozent)
6. Infektionen (5,0 Prozent)
7. Neubildungen (4,3 Prozent)
8. Nervensystem, Augen, Ohren (4,2 Prozent)
9. Kreislaufsystem (4,1 Prozent)
10. Unspezifische Symptome (3,6 Prozent)

2014
1. Muskel-Skelett-Erkrankungen (22,6 Prozent)
2. Psychische Erkrankungen (16,0 Prozent)
3. Atmungssystem (14,5 Prozent)
4. Verletzungen und Vergiftungen (12,0 Prozent)
5. Verdauung (5,6 Prozent)
6. Neubildungen (4,7 Prozent)
7. Kreislaufsystem (4,4 Prozent)
8. Nervensystem, Augen, Ohren (4,4 Prozent)
9. Infektionen (4,3 Prozent)
10. Unspezifische Symptome (3,8 Prozent)