Andreas Mergenthaler vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat die Geburtsjahrgänge 1932-1947 mit 1943-1958 mit einander verglichen. Sein Ergebnis – veröffentlicht in Demografische Berichte, Jahrgang 12, 2015

Fitnessstudios entdecken die Älteren. Foto: epd

Fitnessstudios entdecken die Älteren. Foto: epd

– ist kurz zusammengefasst: Die jüngeren Altersgruppen arbeiten nicht nur weit häufiger auch nach dem Renteneintritt, sie sehen sich auch im Vergleich zu den früher geborenen als gesünder an. D. h. die rund 20 Lebensjahre, die einem heutigen 65-Jährigen noch bleiben, können diese aktiver verbringen als diejenigen, die vor ihnen in Rente gegangen sind.

Der Wissenschaftler konnte sich bei seiner Arbeit auf zwei Datensätze stützten

– auf den Deutschen Alterssurvey (DEAS) von 2002, die die älteren Jahrgänge (1932-47) untersuchte.

– und die Studie „Übergänge und Alterspotenziale“ (TOP) aus dem Jahr 2013, die die Jahrgänge 1943-58 im Mittelpunkt hatte.

Nicht untersucht wurden die Babyboomer-Generation bzw. die ältesten aus dieser Altersgruppe.

Mergenthaler untersuchte ihre Angaben zum Gesundheitszustand, zum Bildungsgrad sowie zum Einkommensniveau. Zum anderen erfasst er die Erwerbstätigkeit und ehrenamtliche Tätigkeiten oder Hilfe bei Kinderbetreuung und Pflege.

 

Ausgesuchte Ergebnisse:

– die Erwerbsquote bei den ab 60-Jährigen hat sich zwischen 2002 und 2013 zum Teil mehr als verdoppelt,

– die ehrenamtliche Tätigkeiten sowie die Arbeit in der Familie ist ebenfalls erheblich gestigeten. – – beinahe ein Drittel aller Männer Mann zwischen 55 und 59 Jahren hat Kinder betreut (2002 nur 14%)

– 20% der Männer zwischen 55 und 59 Jahren haben einen kranken oder behinderten Menschen betreut (2002 nur 7%)

– ähnliche Zahlen gibt es bei den Frauen aus der jüngeren Altersgruppe

Der Forscher betont aber auch, dass zwar die messbaren Aktivitäten der Älteren zugenomen haben, dass aber auch die Ressourcen ungleich verteilt sind. „Ein Altersbild, das die Produk- tivität und Potenziale der 55- bis 70-Jährigen betont, stößt daher bei benachteiligten Bevölkerungsgruppen an seine Grenzen. Vielmehr sollte es eine „Vielfalt des Alterns“ geben, meint Andreas Mergenthaler.

Literatur:

Mergenthaler, A., A.M. Wöhrmann und U.M. Staudinger: „Produktivitätsspielräume der 55- bis

70-Jährigen: Kohortenunterschiede, Cluster und Determinanten“. In: Mittendrin? Lebenspläne und Potenziale älterer Menschen beim Übergang in den Ruhestand, N.F. Schneider,Mergenthaler, U.M. Staudinger und I. Sackreuther (Hrsg.)