„Es wird eiskalt in einer Gesellschaft, die es zulässt, dass sich Menschen, getrieben von Krankheit oder Aussichtslosigkeit, töten lassen wollen oder um Hilfe bei der Selbsttötung bitten“, schreibt der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki in seinem Gastbeitrag für ProAlter. So sterbe man „nicht selbstbestimmt, sondern bestimmt von Schmerz, Einsamkeit und Verzweiflung“, sagt Woelki. Er plädiert für einen Ausbau von Hospizen, ebenso wie Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. „Eine hospizliche und palliative Versorgung ist eine wichtige Säule, um Pflegeheime zu einem Ort würdigen Lebens und Sterbens zu machen“, so Brysch. Aber sie bleibe Stückwerk, wenn sie nicht in umfassende Pflegekonzepte eingebunden werde. Brysch fordert deshalb eine zusätzliche Pflegestufe für Sterbende. Der Frage um die richtige Auslegung der wenigen normativen Regeln zur Sterbebegleitung geht der Jurist Wolfram Höfling nach, der auch Mitglied im Deutschen Ethikrat ist.
In Altenheimen gehört der Umgang mit Sterben und Tod zum Alltag. Doch oft werden sie von den Pflegenden unbewusst als gescheiterte Pflege, bisweilen sogar als persönliche Niederlage erlebt, weiß Theo Berger. Er bildet angehende Altenpfleger aus und will mit ihnen eine ethische Wertediskussion führen. Was sie daraus für ihren künftigen Beruf und ihr eigenes Leben gelernt haben, erzählen vier Auszubildende, die ebenfalls in der aktuellen Ausgabe zu Wort kommen.
Von Erfahrungen mit Krankheit und Tod kann auch Prof. Dr. Annelie Keil berichten. Die Gesundheitswissenschaftlerin und ehemalige Dekanin der Universität Bremen hat den Weiterbildungsstudiengang Palliative Care mit entwickelt, um einen interdisziplinären Zugang zu sterbenden Menschen zu eröffnen. Weitere Informationen zu Themen und Texten sind unter www.kda.de zu finden.