Noch haben Freiwillige in der Pflege Seltenheitswert. Aktuell sind nur rund 2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ehrenamtlich in diesem Bereich tätig. Doch das könnte sich ändern. Einer Umfrage des Zentrums für Qualität in der Pflege zufolge sind 28 Prozent aller Befragten bereit, sich freiwillig zu engagieren, am liebsten in der häuslichen Pflege. Experten fordern daher bessere Rahmenbedingungen, um mehr Freiwillige für pflegerische Tätigkeiten zu gewinnen.
Der Bedarf an dem bisher ungenutzten Freiwilligen-Potenzial ist vorhanden, glaubt das Expertenportal für weltweite Freiwilligenarbeit VoluNation. Schon heute lebten mindestens 38 Prozent der pflegebedürftigen Frauen und 18 Prozent der Männer allein. Ein besonders großes Interesse an Freiwilligenarbeit in der Pflege zeigen Personen über 50, die außerhalb der Großstädte leben. Experten vermuten, dass dieser Personenkreis neben der Bereitschaft auch besonders viele Erfahrungen in häuslicher Pflege mitbringt.
Auffallend ist, dass fast die Hälfte der an ehrenamtlicher Pflege interessierten Befragten angab, einen Hauptschulabschluss zu haben. Angesichts des vor kurzem veröffentlichten Länderreports Deutschland 2014 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist dies bemerkenswert. Die OECD stellte fest, dass sich Personen mit einem niedrigeren Schulabschluss deutlich seltener ehrenamtlich engagieren als beispielsweise Hochschulabsolventen. In Deutschland ist diese Kluft besonders groß und wird nur noch von den USA übertroffen.
Pflegeexperten empfehlen daher, die an ehrenamtlicher Arbeit in der Pflege interessierten Menschen gezielt anzusprechen und zielgruppengenaue Angebote zu machen. Dazu zählen unter anderem feste Ansprechpartner in den Kommunen, Fortbildungsangebote sowie regelmäßige Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch mit anderen Freiwilligen.