Foto: epd

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Anlass für dieses Interview war die Debatte zur Sterbehilfe. Der Soziologe Klaus Feldmann gab Nadja Erb Antworten zum schwierigen Umgang mit dem Tod. Zu Beginn des Gesprächs weist der Soziologe darauf hin, dass in Deutschland noch nie so viel und vielfältig über Sterben und Tod gesprochen wurde wie heute, was darauf hinweise, dass Sterben und der Tod grundsätzlich nicht mehr tabuisiert werden. Trotzdem vermeiden die Menschen in der modernen Gesellschaft Gespräche über den Tod, nicht nur weil sie negative Reaktionen fürchten, sondern auch, weil es ihn an die eigene Sterblichkeit erinnert.

Von einer großen Mehrheit der Deutschen wird vor allem das psychische Sterben, wie man es bei Demenzkranken beobachten kann als sehr schwierig angesehen. Wobei der Umgang damit und auch mit anderen Arten des Todes (zum sozialer Tod) immer mehr von ökonomischen Faktoren bestimmt wird. Das bedeutet, dass arme Menschen unter schlechteren Bedingungen sterben als Reiche und früher sterben, oder beim Sterben schlechter betreut werden. Bislang gebe es zu wenig Studien über dieses Thema, so Feldmann. Die öffentliche Diskussion werde eher von ökonomischen Interessen als von Fakten beeinflusst. Deshalb begrüßt der Soziologe die intensive Debatte um die Sterbehilfe, weist aber darauf hin, dass er Einschränkung der Kommerzialisierung bei der Beihilfe zum Suizid für absurd halte, da das Thema Sterben und Tod ein Milliardengeschäft sei.