Foto: epd

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Chefredakteur Rainer Demski nennt den Internet-Auftritt „Die Jenseite: Journal über Leben und Tod“ im Editorial ein journalistisches Wagnis. Und weiter: „Als Journalist habe ich viele Versuche gesehen, sich dem Tod zu nähern. In Kultur und Kunst, in Wissenschaft und Forschung, in Religion und Glauben. Sie alle hatten und haben ihre Methode, ihre Art der Bewältigung. Die Jenseite will aus Überzeugung etwas anderes sein.“
Und etwas anders ist die Jenseite schon, sie kommt in manchen Beiträgen nicht so tüttelig daher, wie manches Kirchenblatt. So werden die die Beerdigungs-Charts (Hitparade der beliebtesten Lieder, die bei Beerdigungen gespielt werden) gelistet: Auf Platz 1 findet sich die deutsche Band „Unheilig(!)“ mit ihrem Lied so wie du warst“. Weniger erstaunlich auf Platz „Somewhere over the rainbow“ oder auf Platz 6 das Ave Maria von Schubert.
Andere Themen kommen schon deutlich konventioneller daher: So gibt es ein Pro & Contra zur Organspende, die Nachlese zu einer Anne Will Talkrunde (!) zum „Glücklichen Sterben“ oder zu Beerdigungen von Haustieren. Spannend und mit einer großen Vielfalt bei den „Kulturen“: in diesem Kapitel wird über Begräbnisse im Islam in Afrika oder über den Volkstrauertag in Deutschland, kompetent und klug berichtet.
Dem Chefredakteur Rainer Demski ist zuzustimmen, wenn er schreibt, dass Jenseitel nichts verklären. Denn Verklärung macht den Blick nicht scharf. Sie will keine Angst schüren. Denn Angst erzeugt Abwehr. Sie will nichts versprechen. Denn Versprechungen brauchen Verlässlichkeit“.
Und es gelingt dem Internetportal, das sehr ansprechend und modern gestaltet, mit guten Bildnern, Filmen (etwa einem Song von Johnny Cash aus seiner letzten Schaffensphase) und Texten Mut zu zu machen. „Mut für eine Auseinandersetzung damit, dass wir endlich sind. Mut für ein Leben, in dem der Tod seinen selbstverständlichen Platz hat. Mut für mehr Liebe zum Leben. Mut zu einer Überwindung von Angst, Rätseln und Fragen. Mut, mit all unseren Sinnen hier zu sein, gerade weil wir wissen wissen, dass wir gehen müssen.“