Das geplante Dorf für Demenzkrnake in Alzey ist sehr umstritten. Foto: epd (die abgebildete Person hat nichts mit dem Thema zu tun).

Das geplante Dorf für Demenzkrnake in Alzey ist sehr umstritten. Foto: epd (die abgebildete Person hat nichts mit dem Thema zu tun).

Im Bericht in der FR vom 5.1.2013 wird ausgeführt, dass das geplante Dorfprojekt in Alzey, zwischen Mainz und Worms,  soll 120 kranken Menschen Platz bieten soll. Der “Clou” daran ist, dass alle, die die Demenzkranken besuchen wollen in das Dorf rein können, die Kranken selbst aber nicht hinaus. Müssen sie auch nicht, denn nach den Plänen des Unternehmensberater Jan Bennewitz und seiner Partnerin Yvonne Georgi – sie planen und bauen dieses Quartier – soll es den Kranken im Dorf an nichts fehlen.  Ein Friseur ist da, genauso wie ein Café, wie auch ein Geschäft zum Einkaufen. Selbstverständlich findet sich auch Pflegestation dort. Die beiden Initiatoren knüpfen mit ihrer Dorfidee für Demente an ein Projekt in den Niederlanden an, die Modellsiedlung De Hogeweyk. Das neue Dorf liegt etwa 5 Minuten außerhalb des eigentlichen Dorfes Alzey. Für Bennewitz und seine Partnerin ist das Dorf eine Alternative zur teuren stationären Pflege, die den Kranken trotzdem eine hohe Lebensqualität bietet. Der Sozialunternehmer hat eine Kaufoption auf das Grundstück, auf dem das Dorf entstehen soll, bis Ende des Jahres. Noch fehlt allerdings die Zustimmung der Behörden.
Kritiker sprechen dagegen von einer Scheinwelt für Demenzkranke, die Vorwürfe reichen bis hin zum Ghetto für Demenzkranke.  Das rheinland-pfälzische Sozialministerium, geleitet von  Alexander Schweitzer (SPD), will das Projekt wissenschaftlich begleiten lassen, da eine eindeutige Meinung auch über das holländische Projekt sehr schwierig sei.

Dazu hat die Kollegin der FR, Jutta Rippegarther ein Interview mit der Gerontologin, Ruth Schwerdt geführt. Sie meint, dass das geplante Dorf ein Versuch sein könnte ein, “bedürfnisgerechtes und bedarfsgereches Versorgungsangebot parallel zum Heim zu machen”. Wichtig sei aber ein Konzept, das sich der Inklusion orientiere. Als gute Beispiele für die Versorgung von an Demenz Erkrankten sei die segregative Versorgung in so genannten Oasen. Sie bilden eine ganz eigene Lebenswelt ab, die sich an den Interessen der Erkrankten ausrichtet. Sie betont aber auch, dass es das Konzept zur Behandlung von Demenzkranken nicht gebe.