Um Krampfadern zu ziehen, legt der behandelnde Mediziner über einen Schnitt an Leiste oder Kniekehle das oberflächliche Venensystem frei und verschließt alle an dieser Stelle einmündenden Venen, indem er sie mit einem Faden zuknotet. Im Anschluss zieht er die defekten Anteile der Vene über einen in sie eingeführten Draht hinaus. Existieren weitere Seitenäste, besteht die Möglichkeit, diese mittels spezieller mikrochirurgischer Instrumente über kleine Hautschnitte zu entfernen. „Probleme bei dem Eingriff stellen neben dem Thromboserisiko auch Verhärtungen oder Nachblutungen dar, die zu einem erneuten Eingriff führen können“, weiß Prof. Hillejan. Darüber hinaus treten in einigen Fällen auch Verletzungen der umliegenden Nervenstrukturen auf, die zu einem Taubheitsgefühl oder anderen Empfindungsstörungen führen. Sie können mit der Zeit nachlassen, bleiben in einigen Fällen jedoch dauerhaft bestehen. Auch ein Lymphstau gehört zu den möglichen Nebenwirkungen. Er entsteht aus Schädigungen der Lymphbahnen und führt zu Schwellungen, die eine Drainage notwendig machen.
Erste Krankenkassen reagieren
„Zusätzlich zu den genannten Risiken erweisen sich auch die kosmetischen Ergebnisse beim Stripping selten als zufriedenstellend. Besonders für Frauen stellt das in den warmen Monaten ein Problem dar“, kritisiert Prof. Hillejan. Zudem können sich aufgrund von entsprechenden Erbanlagen weitere Krampfadern bilden, weshalb sich Patienten unter Umständen erneut der Tortur der Behandlung aussetzen müssen. Nach und nach erkennen jedoch einige Krankenkassen, dass sowohl Rückfallquote als auch Risiken und Nebenwirkungen des Strippings in keinem Verhältnis zu neuen schonenden Behandlungsmöglichkeiten stehen. „In der Folge gibt es mittlerweile einige gesetzliche Krankenkassen, die beispielsweise eine Behandlung mit VNUS Closure zahlen“, erklärt Prof. Hillejan und fügt hinzu: „Ich hoffe, dass sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen wird.“