Bald wird die Aufnahme von Krankenhaus-Patienten schwieriger. Jeder Fünfte soll in zehn Jahren an einer Demenz leiden. Foto: epd

Die Demenz im Krankenhaus ist die Herausforderung der Zukunft. Ab 2020 wird jeder fünfte Krankenhauspatient unter einer Demenz leiden. „Aber die Akutkrankenhäuser in Deutschland sind bisher auf die Behandlung und Pflege von Demenzkranken nicht eingestellt“, kritisiert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, Priv.-Doz. Dr. Werner Hofmann, anlässlich der Jahrestagung der Fachgesellschaft vom 12. bis 15. September in Bonn.
Für das größte Treffen zum Thema Altersmedizin im deutsch-sprachigen Raum vom 12. bis 15. September erwartet die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) mehr als 1.000 Altersmediziner, Wissen-schaftler, Pfleger und weitere Interessierte im ehemaligen Bundestag in Bonn. Ein Schwerpunktthema des Kongresses: Die gewaltigen Herausforderungen, die immer mehr Demenzkranke für unser Gesundheitssystem und die Gesellschaft bedeuten.
Die Demenz im Krankenhaus ist die Herausforderung der Zukunft. Ab 2020 wird jeder fünfte Krankenhauspatient unter einer Demenz leiden. Und die Demenz kommt nicht allein: Sie geht einher mit Sturz und Schenkelhalsbrüchen, Herzinfarkt oder akuter Infektion. Die Krankenhäuser sind mit diesen Patienten häufig hoffnungslos überfordert. „Die Akutkrankenhäuser in Deutschland sind bisher auf die Behandlung und Pflege von Demenzkranken nicht eingestellt“. Das kritisiert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, Priv.-Doz. Dr. Werner Hofmann, anlässlich der Jahrestagung der Fachgesellschaft vom 12. bis 15. September in Bonn.
Einweisung wegen körperlicher Erkrankungen
Nur rund sechs Prozent der Patienten kommen wegen ihrer Demenzerkrankung primär in die Klinik, die meisten von ihnen müssen wegen ursächlicher Körper-Erkrankungen in stationäre Behandlung, zum Beispiel wegen eines Oberschenkel-halsbruches. Die Demenz kommt häufig begleitend dazu (Komorbidität). „Der Demenzkranke reagiert auf die fremde Umgebung, die Hektik der Notaufnahme, den gedrängten Zeitplan, auf das Blutabnehmen und andere unangenehme Unter-suchungen häufig mit Angst, Unruhe und Wutausbrüchen“, beschreibt Hofmann das Problem. Ärzte und Pflegekräfte in den Kliniken sind damit oft überfordert. Die Notaufnahme wird „aufgemischt“.
Die Daten in der Übersicht:
Gemeinsamer Gerontologie- und Geriatriekongress 2012
Alternsforschung: Transnational und translational
12. bis 15. September 2012, World Conference Center Bonn

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