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Sechs häufige Missverständnisse

Missverständnisse

Rund um Smartphone, Computer und Internet gibt es eine Reihe von Begriffen und Zusammenhängen, die immer wieder miteinander verwechselt oder falsch verstanden werden. Die sechs häufigsten Missverständnisse, die uns regelmäßig begegnen, haben wir für Sie in diesem Beitrag zusammengefasst. Wir sprechen dabei über das Diktieren am Smartphone, über das Löschen von Apps und Programmen, über WLAN und mobile Daten und über Speicherplatzprobleme. Können Sie alle Begriffe richtig zuordnen?

1. Diktierfunktion und Sprachnachricht

Auf der Handytastatur gibt es bei Android und am iPhone normalerweise ein kleines Mikrofon-Symbol. Tippt man darauf, so lassen sich Texte diktieren. Dies bedeutet: Wir sprechen ins Handy und unsere gesprochenen Worte werden in geschriebenen Text umgewandelt. Das Diktieren ist also eine Alternative zum Tippen, was vor allem bei längeren Texten sehr nützlich ist. Die Funktion gehört zur Handytastatur und steht in vielen Bereichen zur Verfügung, in denen Text eingegeben werden kann. Also zum Beispiel in der Mail-App, im Kalender, in der Google-Suche, im Browser oder in den Notizen. Je nach Handy und verwendeter Tastatur kann das Mikrofon an einer etwas anderen Stelle erscheinen. Den fertigen Text sollten Sie vor dem Versenden noch einmal durchlesen, denn gelegentlich werden einzelne Wörter falsch erkannt. Solche Fehler können Sie anschließend ganz normal mit der Tastatur korrigieren.

Bei sogenannten Messenger-Apps wie WhatsApp, Signal oder Threema gibt es aber noch ein weiteres Mikrofon-Symbol. Denn mit diesen Apps kann man auch Sprachnachrichten versenden. Dabei sprechen Sie ebenfalls ins Handy, allerdings wird Ihre Stimme aufgezeichnet und als Tonaufnahme verschickt. Die andere Person erhält also keinen geschriebenen Text, sondern eine Nachricht, die sie anhören kann. Wenn Sie eine solche Messenger-App verwenden, können Sie daher häufig zwischen zwei Mikrofonen wählen: dem Mikrofon der Tastatur zum Diktieren von Text und dem Mikrofon der App zum Aufnehmen einer Sprachnachricht. Entscheidend ist also, ob die andere Person Ihre Worte lesen oder Ihre Stimme hören soll.

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Newsletter „Diktieren statt Tippen“ (im Archiv für Mitglieder)

2. WLAN und mobile Datenverbindung

Ein Smartphone verbindet sich im Alltag hauptsächlich auf zwei Wegen mit dem Internet: entweder per WLAN, beispielsweise bei Ihnen zu Hause, im Hotel oder im Café, oder per mobiler Datenverbindung über das Mobilfunknetz. Wenn Sie die mobile Datenverbindung nutzen, wird das übertragene Datenvolumen auf Ihren Mobilfunktarif angerechnet. Bei vielen Tarifen ist diese Datenmenge monatlich begrenzt, es gibt aber auch Tarife mit unbegrenztem Datenvolumen. Dabei zählt sowohl das Senden als auch das Empfangen von Daten. Besonders Videos oder das Herunterladen großer Dateien können viel Datenvolumen verbrauchen.

Wenn Ihr Handy das Internet über WLAN nutzt, wird dafür normalerweise kein Datenvolumen Ihres Mobilfunktarifs verbraucht. Das bedeutet aber nicht, dass WLAN grundsätzlich kostenlos oder unbegrenzt ist: Hier gelten die Bedingungen des jeweiligen Internetanschlusses oder WLAN-Angebots. Für WLAN benötigen Sie keinen eigenen Mobilfunkvertrag; es funktioniert beispielsweise auch ohne eingelegte SIM-Karte. Ein bekanntes WLAN nutzt das Handy meist automatisch, sofern WLAN eingeschaltet und die automatische Verbindung erlaubt ist. Mit einem fremden WLAN verbindet es sich dagegen nicht einfach immer von selbst – häufig müssen Sie zuerst das Netzwerk auswählen und ein Passwort eingeben. Wichtig ist außerdem: Ein WLAN-Symbol bedeutet zunächst nur, dass eine Verbindung zum WLAN besteht; der Internetzugang dieses Netzwerks kann trotzdem gestört sein. Manche Handys wechseln bei einer schlechten WLAN-Verbindung automatisch auf mobile Daten, sofern die entsprechende Funktion aktiviert ist.

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Newsletter „Mythos Datenvolumen“ (im Archiv für Mitglieder)

Newsletter „Kennen Sie diese neuen Handy-Tarife?“ (im Archiv für Mitglieder)

3. App löschen und Account löschen

Wenn man eine App nicht mehr benutzen möchte, kann man diese vom Handy löschen. Dabei wird jedoch zunächst nur die App vom Gerät entfernt. Ein Benutzerkonto, auch Account genannt, das Sie zuvor bei dem jeweiligen Anbieter eingerichtet haben, bleibt normalerweise bestehen. Das betrifft zum Beispiel Messenger, soziale Netzwerke oder Einkaufs-Apps. Das Löschen der App ist also nicht dasselbe wie das Löschen Ihres Benutzerkontos.

Bei WhatsApp bedeutet dies beispielsweise, dass andere Personen Sie zunächst weiterhin als WhatsApp-Kontakt sehen und Ihnen Nachrichten schicken können. Auf dem Handy, von dem Sie die App entfernt haben, können Sie diese Nachrichten dann allerdings nicht mehr lesen. Wenn Sie einen Dienst dauerhaft verlassen und auch Ihr Benutzerkonto löschen möchten, müssen Sie dafür die entsprechende Funktion nutzen. Diese finden Sie häufig in den Einstellungen der App, manchmal aber auch auf der Internetseite des Anbieters. Am einfachsten erledigen Sie dies, bevor Sie die App vom Handy entfernen. Eine Kontolöschung kann allerdings gespeicherte Inhalte, Nachrichten oder andere Daten dauerhaft entfernen – lesen Sie daher die angezeigten Hinweise sorgfältig. Möchten Sie lediglich eine Pause machen oder Speicherplatz schaffen, müssen Sie Ihr Benutzerkonto nicht löschen. Und noch ein wichtiger Unterschied: Auch ein kostenpflichtiges Abonnement wird durch das bloße Löschen einer App normalerweise nicht gekündigt.

Dazu passende Filme für Mitglieder:

WhatsApp-Account löschen (iPhone)

WhatsApp-Account löschen (Android)

4. Programm deinstallieren und Dateien

Häufig hören wir von dem Irrglauben, dass das Entfernen eines Programms auch die Dateien löscht, die man zuvor mit diesem Programm erstellt hat. Viele Menschen haben deshalb Angst, ihre Texte, Tabellen oder anderen Dokumente würden dann ebenfalls verschwinden oder seien nicht mehr zu gebrauchen. Bei gewöhnlichen, separat gespeicherten Dokumenten ist diese Sorge normalerweise unbegründet. Das Programm ist gewissermaßen das Werkzeug, mit dem Sie eine Datei erstellen oder bearbeiten. Die gespeicherte Datei bleibt aber auch dann auf dem Computer erhalten, wenn dieses Werkzeug entfernt wird.

Wenn Sie beispielsweise das Textprogramm Word deinstallieren, bleiben Ihre gespeicherten Word-Dokumente erhalten. Sie können diese anschließend nur nicht mehr mit Word öffnen, solange das Programm nicht installiert ist. Die Dokumente lassen sich aber trotzdem mit einem anderen Textprogramm wie LibreOffice öffnen und bearbeiten. Dabei kann die Darstellung einzelner Formatierungen etwas abweichen. Oder Sie installieren später wieder Microsoft Word und verwenden Ihre Dateien wie zuvor. Es kann nach der Deinstallation auch passieren, dass sich das Symbol einer Datei verändert oder der Computer fragt, mit welchem Programm sie geöffnet werden soll. Die Datei selbst ist dadurch nicht verschwunden. Anders kann es bei Daten aussehen, die ausschließlich innerhalb eines Programms gespeichert sind, beispielsweise bei manchen Apps oder Spielen. Wichtige Inhalte sollten Sie deshalb vor einer Deinstallation sichern und darauf achten, ob zusätzlich das Löschen von Benutzerdaten angeboten wird.

5. PIN des Handys und PIN der SIM-Karte

Ein Smartphone lässt sich normalerweise mit einem Zahlencode, einem Passwort oder einem Muster sperren. Zusätzlich können häufig Fingerabdruck oder Gesichtserkennung zum Entsperren verwendet werden. Der Zahlencode des Handys wird oft auch PIN genannt und schützt den Zugriff auf das Gerät und die darauf gespeicherten Inhalte. Auch wenn Sie meist Fingerabdruck oder Gesichtserkennung nutzen, sollten Sie den zusätzlichen Code unbedingt kennen. Nach einem Neustart und in bestimmten anderen Situationen verlangt das Handy nämlich diesen Code, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung reichen dann zunächst nicht aus.

Daneben gibt es noch einen zweiten Code: die PIN der SIM-Karte. Die SIM-Karte ermöglicht Ihrem Handy den Zugang zu Ihrem Mobilfunkanschluss und damit beispielsweise das Telefonieren und die Nutzung mobiler Daten. Sie kann als kleine Karte im Gerät stecken oder als sogenannte eSIM digital eingerichtet sein. Die SIM-PIN erhalten Sie normalerweise von Ihrem Mobilfunkanbieter; häufig besteht sie zunächst aus vier Ziffern und kann später geändert werden. Wenn die SIM-PIN-Abfrage aktiviert ist, wird dieser Code normalerweise nach einem Neustart oder nach dem erneuten Einlegen der SIM-Karte benötigt. Er schützt also den Mobilfunkanschluss, während der Gerätecode das Handy selbst schützt. Die beiden Codes sind unabhängig voneinander und müssen nicht gleich sein. In den Einstellungen lässt sich die SIM-PIN-Abfrage abschalten, allerdings entfällt damit dieser zusätzliche Schutz. Haben Sie die SIM-PIN vergessen, sollten Sie nicht wiederholt raten: Nach mehreren falschen Eingaben benötigen Sie den sogenannten PUK-Code Ihres Mobilfunkanbieters, um die SIM wieder zu entsperren.

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Newsletter „Häufige Fragen zur SIM-Karte“ (im Archiv für Mitglieder)

6. Handy-Speicher und Cloud-Speicher

Auf dem Smartphone werden viele Dinge gespeichert, zum Beispiel Apps, Fotos, Videos und heruntergeladene Dateien. Dafür besitzt das Gerät einen eingebauten Speicher, dessen Größe beim Kauf feststeht. Ist dieser Speicher fast voll, können Sie beispielsweise keine weiteren Apps installieren oder keine neuen Fotos aufnehmen. Daneben gibt es aber noch den sogenannten Cloud-Speicher, etwa bei Google, iCloud, OneDrive oder anderen Anbietern. Hier liegen die Daten auf den Servern des jeweiligen Anbieters und können über das Internet abgerufen werden. Der Speicher auf dem Smartphone und der Speicher in der Cloud sind also zwei unterschiedliche Speicherplätze, die unabhängig voneinander voll werden können. Wenn Sie zusätzlichen Cloud-Speicher buchen, wird dadurch der eingebaute Speicher Ihres Handys nicht größer.

Die Cloud kann allerdings dabei helfen, Platz auf dem Smartphone zu sparen. Manche Fotodienste bieten beispielsweise die Möglichkeit, die Originalfotos in der Cloud aufzubewahren und auf dem Gerät nur kleinere, platzsparende Versionen zu behalten. Dafür muss die entsprechende Funktion eingerichtet sein. Außerdem können dieselben Fotos und Dateien gleichzeitig auf dem Smartphone und in der Cloud liegen und somit an beiden Orten Speicher belegen. Besondere Vorsicht ist beim Löschen geboten: Werden die Inhalte zwischen Handy und Cloud automatisch abgeglichen (synchronisiert), kann das Löschen eines Fotos auch dazu führen, dass es aus der Cloud und damit auch von anderen verbundenen Geräten verschwindet. Die Cloud ist daher nicht automatisch eine unabhängige Sicherheitskopie. Bevor Sie zum Aufräumen etwas löschen, sollten Sie prüfen, wie der verwendete Dienst mit den gespeicherten Daten umgeht.

Lesen Sie hierzu auch:

Newsletter „Was kostet die Cloud“ (im Archiv für Mitglieder)

Newsletter „Cloud-Anbieter im Vergleich“ (im Archiv für Mitglieder)

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