Ein Paradies für bedrohte Haustierarten und gleichzeitig ein Ort, um gelebte Inklusion zu praktizieren: der Auhof der Rummelsberger Diakonie bei Hilpoltstein. Fotos: Simon Malik

Ansbach-Triesdorfer Rind, Brillenschaf, Deutsches Sattelschwein, Altdeutschen Hütehund, Fuchskaninchen und Sachsenhuhn eint ein trauriges Schicksal: Einst geschätztes Nutz- bzw. Haustier, heute abgehängt von noch nützlicheren, weil noch produktiveren Hochleistungsrassen. Und damit schauen all diese Tiere dem Aussterben ins Auge.

Ihnen nehmen sich deshalb Arche-Höfe an. Einer davon ist der Erlebnisbauernhof Auhof bei Hilpoltstein. Dieser und rund 100 andere Höfe in Deutschland haben sich zum Ziel gesetzt, aussterbende Nutztier-Rassen in der landwirtschaftlichen Produktion zu halten, ihr Leistungspotential und ihre besonderen Eigenschaften gezielt zu nutzen und so ihre Erhaltung zu sichern. Denn die Zeit drängt: Die Arche-Dachorganisation Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) rechnet, dass alle zwei Wochen eine Nutztierrasse ausstirbt. Das bedeutet den Verlust einer an Klima und Standort angepassten Tierart, eines genetischen Erbes und eines Kulturguts zugleich.

Arten erhalten und Inklusion fördern

Der Auhof ist also kein romantischer Bilderbuch-Bauernhof mit plakativem Streichelzoo, sondern ein handfestes Projekt für die Erhaltung der Artenvielfalt. Hier wird produziert und auf wissenschaftlicher Basis (nach-)gezüchtet, um ebenfalls selten gewordene Rassen wie Poitou Esel, Cröllwitzer Puten, Sundheimer Hühner, Pommern-Gänse oder Turopolje-Schweine zu erhalten. Er ist aber noch mehr. Betrieben wird die Einrichtung von der Rummelsberger Diakonie, und deren Aufgabe heißt bekanntlich auch Inklusion. Inmitten von weitläufigen Feldern und Wiesen kümmert sich so ein Team aus Menschen mit und ohne Behinderung, um die die Zukunft der genannten Arten, aber auch um selten gewordene Pferde, Ziegen, Esel, Katzen, Hunde und Hasen.

Ein Ausflugsziel nicht nur für Tierpaten

Moderne Massentierhaltung bringt Geld, artgerechte (Er-)Haltung kostet Geld: für Futter, Instandhaltung von Ställen und Gehegen und tierärztliche Betreuung. Und das nicht zu knapp, wenn man nicht Masse produzieren und die eigenen Produkte nur im Hofladen anbieten kann. Um den gleichzeitigen Aufwand für Artenschutz und Inklusionsarbeit zu finanzieren, hat der Auhof deshalb Tierpatenschaften aufgelegt. Wie wäre es also mit einem nachhaltigen Osterei? Tierpatinnen und Tierpaten spendieren darüber einen einmaligen oder monatlichen Geldbetrag, um zum Unterhalt einer bestimmten Auhof-Rasse beitragen.


Sie ist Tierpatin mit Überzeugung: „Ich bin in der sehr glücklichen Situation, dass die Menschen in meinem Umfeld alles haben, was sie brauchen. Da fragt man sich, was man ihnen schenken kann“, erzählt Simone Ziermann aus Rohr im Landkreis Roth. Eine Tierpatenschaft bereite den Beschenkten Freude und gleichzeitig tue sie damit etwas Gutes. Hier lesen Sie mehr über die mehrfache Auhof-Patin und eine ihrer Mit-Patinnen.


Als Belohnung gibt es nicht nur eine Urkunde, sondern auch die Möglichkeit, an der Begeisterung des Bauernhofteams teilzuhaben. Jedes Jahr lädt der Auhof z.B. seine Unterstützer/innen zum jährlichen Tierpaten-Treffen, und natürlich besteht während der Öffnungszeiten die Möglichkeit, einen Ausflug mit Familie, Enkeln oder Freunden zu den tierischen „Patenkindern“ und in den unten abgebildeten Biergarten zu unternehmen.

Weitergehende Informationen

Ansprechpartner: Informationen zu den Tierpatenschaften erhalten Sie von Eva Neubert (Tel. 09128 50 27 96, neubert.eva@rummelsberger.net) sowie im Internet unter https://www.rummelsberger- diakonie.de/tierpatenschaft. Dort kann man auch bequem online spenden.

Kosten: Mit einer einmaligen Spende von 50 Euro oder auch einer monatlichen Zuwendung, beispielsweise in Höhe von 5 Euro, kann eine Tierpatenschaft übernommen werden. Nach Eingang der Spende oder Patenschaft erhalten Spender eine Urkunde für den Beschenkten per Post zugesandt.

Besucher: Von Ostern bis in den Oktober ist der Auhof normalerweise geöffnet. Geplant war der diesjährige Start für Ostersonntag, den 4. April 2021. Die Corona-Zahlen im Landkreis haben den Plan aber durchkreuzt. Wir raten Besuchern, sich tagesaktuell auf der Auhof-Website zu informieren, ob und wann die Öffnung nach der Osterzeit erfolgt.

Der Eintritt aufs Aufhofgelände ist frei. Das Mitbringen von Speisen und Getränken ist allerdings nicht gestattet, da der Bauernhof auch über den Speisenverkauf finanziert wird. Hunde dürfen angeleint mitgebracht werden.

Trotz der vielen Einschränkungen durch Covid-19 sind die Tiere und ihre Betreuer normalerweise immer da. Paten können also „Ihr“ Tier am Erlebnis- und Archebauernhof normalerweise zu folgenden Zeiten besuchen: Mitarbeitende sind Wochentags von 8 bis 17 Uhr, am Freitag von 8 bis 12 Uhr und am Wochenende und Feiertagen von 10 bis 12 Uhr vor Ort. Aber auch hier gilt aktuell: Bitte informieren Sie sich auf der Auhof-Website, wann geöffnet werden darf.

Anfahrt und Kontakt Auhof: