Das Finanzamt lässt Bürger auch schon mal auf ihr Geld warten – wie lange, weiß der Bund der Steuerzahler. Foto: © epd-bild / Norbert Neetz

Der Bund der Steuerzahler hat den Check gemacht und direkt bei der Finanzverwaltung nachgefragt: Wer ist Top, wer ist Flop bei der Bearbeitungszeit von Einkommensteuererklärungen? Das Ergebnis: Die Nase vorn haben die Finanzämter in Berlin – die Bearbeitung von Einkommensteuererklärungen funktioniert dort so schnell wie in keinem anderen Bundesland. In Bremen und Nordrhein-Westfalen dauert es rein statistisch am längsten, bis der Steuerbescheid verschickt wird.

In Berlin erhielten Arbeitnehmer ihren Steuerbescheid im Durchschnitt in 35 Tagen und damit am schnellsten. Auch das Saarland und das drittplatzierte Rheinland-Pfalz erledigten die Steuererklärungen für Arbeitnehmer unter 40 Tagen. Bürger in NRW warten mitunter sechs Monate auf ihren Steuerbescheid. Trotz gleicher Computerprogramme benötigen die Finanzämter für die Bearbeitung der Steuererklärungen damit unterschiedlich lange.

„Es ist nicht akzeptabel, dass Bürger unnötig lange auf ihre Steuerbescheide warten müssen. Denn viele erwarten eine Steuererstattung für die von ihnen bezahlten Steuern“, betont BdSt-Präsident Reiner Holznagel und fordert: „Es darf nicht vom Wohnort abhängen, wann die Bürger ihren Steuerbescheid erhalten.“ Die Finanzverwaltung verlange von vielen Steuerzahlern bereits eine elektronische Steuererklärung. Jetzt müssten auch die Steuerzahler flächendeckend von der Digitalisierung im Finanzamt profitieren – etwa durch kürzere Bearbeitungszeiten. Einige Bundesländer konnten bereits Erfolge erzielen. So hat das Saarland seine Durchlaufzeiten um rund 16 Tage verringern können und zählt damit zu den Aufsteigern unseres Vergleichs.