Rechtzeitig einen Termin für die Vorsorge vereinbaren, kann lebenswichtig sein. Foto: epd / Juergen Blume

Darmkrebs ist ein Fall nur für ältere Menschen? Diese Zeiten sind vorbei. Zwar traf es schon immer auch Jüngere, aber die Zahlen waren klein und es schien klar zu sein, dass Darmkrebs mit genetischen Veränderungen zu tun hat, die erst mit zunehmendem Alter auftreten. Seit einigen Jahren zeigt sich ein neuer Trend: Während die Zahl der Neuerkrankungen im Alter über 50 kontinuierlich abnimmt, steigt sie bei Menschen unter 50 Jahren kontinuierlich an.

Aktuell erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 61.000 Menschen neu an Darmkrebs, knapp 4.000 davon sind jünger als 50 Jahre. Die genauen Gründe dafür, dass vermehrt jüngere Menschen erkranken, sind unklar Vermutet wird, dass bestimmte Lebensstilfaktoren und die Zunahme von Übergewicht bereits im jungen Alter einen Anteil daran haben könnten. Der höchste Risikofaktor ist aber eindeutig die familiäre Belastung für Darmkrebs.

Die gute Nachricht ist: Wenn man die vorhandenen Früherkennungsuntersuchungen nutzt und frühzeitig mit der Darmspiegelung beginnt, gibt man dem Krebs keine Chance. Die Voraussetzung ist allerdings, dass man sein erhöhtes Risiko und die in Frage kommenden Vorsorgemöglichkeiten kennt, und dass man sie vor allem auch in Anspruch nimmt, um eventuell vorhandene Tumore so früh wie möglich zu erkennen.

Eine Studie der Universität Michigan hat aber festgestellt, das Darmkrebs bei Menschen unter 50 Jahren, weil diese ihr erhöhtes Risiko oft nicht kennen, häufig erst im einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, in dem er kaum noch geheilt werden kann. Deshalb sollten insbesondere Menschen mit Darmkrebsfällen in der Familie ihren Hausarzt von sich aus darauf hinweisen und unbedingt Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen.