Bild: Schnorbach

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Beim Weingenuss gibt es zwischen den Generationen erhebliche Unterschiede. Jüngere Verbraucher legen bei der Auswahl eines Weins andere Kriterien zugrunde als ältere. Besonders bei Alkoholgehalt und Jahrgang gibt es große Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Das zeigt eine neue repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Smart Research.

Für jüngere Weintrinker spielt es demnach kaum eine Rolle, ob ein Wein viel oder wenig Alkohol enthält. Nur drei Prozent der unter 30-Jährigen achten beim Weinkauf auf den Alkoholgehalt. Bei den über 50-Jährigen sind es viermal so viele. Ein Grund dafür könnte sein, dass Ältere sich bei der Auswahl häufiger danach richten, ob ein Wein zum Essen passt. Das aber hängt maßgeblich vom Alkoholgehalt ab. „Weine, die vom Alkohol geprägt sind, erweisen sich oft als eintönig: opulent, schwer und sehr sättigend“, erklärt die Sommelière Rebecca Stein vom Weingut Albert Kallfelz aus Zell-Merl an der Mosel. In einer Menüfolge beim Essen sei es ungünstig, mit einem dominanten Wein zu starten und danach weitere Weine zu präsentieren. „Der Gaumen ist durch den Alkohol so intensiv vereinnahmt, dass er für alles andere kaum noch empfänglich ist.“

Der Alkoholgehalt eines Weines ist kein Qualitätskriterium, wie noch vielfach vermutet wird: „Alkohol wird oft als Geschmacksverstärker eingesetzt, wie das Fett in der Küche. Das brauchen gute Weine aber gar nicht”, so die Sommelière. Beim Geschmack komme es neben den Fruchtaromen vor allem auf Extraktstoffe, also die gelösten Mineralien, und ein ausgewogenes Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe an.

Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied zwischen den Generationen liegt in der Frage nach dem Jahrgang eines Weines. Während nur jeder zehnte Weintrinker unter 30 auf dieses Argument achtet, ist die Reife eines Weines für jeden dritten über 50 ein wichtiges Geschmackskriterium. Sommelière Rebecca Stein hat festgestellt, dass ältere Menschen beim Thema Alkohol besonders sensibel sind.

Sowohl bei Jüngeren als auch bei Älteren spielt beim Weinkauf der Preis eine große Rolle: Für über 55 Prozent aller Befragten ist er ein wichtiges Kriterium. Dabei stechen vor allem die unter 30-Jährigen heraus. In dieser Gruppe achten zwei von drei Verbrauchern auf den Preis.

Bei der repräsentativen Umfrage waren vom Meinungsforschungsinstitut Smart Research 1000 Personen befragt worden. Auftraggeber war das Weingut Albert Kallfelz aus Zell-Merl an der Mosel, das von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in seiner Top-100-Liste als bester Riesling-Erzeuger Deutschlands ausgewiesen wird.