Auf den Körper hören
„Neben Alter, Geschlecht und genetischer Veranlagung können auch medizinisch unerklärbares Untergewicht, Fallneigung, Osteoporosefälle in der Familie oder zunehmend auftretende Brüche auf einen vorliegenden oder beginnenden Knochenschwund hindeuten“, weiß Moszko. Treffen ein oder mehrere dieser Punkte zu, suchen Betroffene am besten einen Orthopäden auf, der das individuelle Risikoprofil in einer Voruntersuchung erstellt. Körperbau und Haltung verraten dabei oftmals schon typische Anzeichen. Schließt der Mediziner mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent auf einen in den nächsten zehn Jahren durch Osteoporose eintretenden Wirbel- oder Oberschenkelbruch oder liegt bereits eine Fraktur vor, verordnet er gezielte Untersuchungsmaßnahmen, die weitere Hinweise liefern.
Auf Mark und Bein geprüft
Zu den aussagekräftigsten Messverfahren gehört die Knochendichtemessung. In der Regel findet diese mittels DXA, einer Doppel-Röntgen-Absorptionsmessung, statt. Risikogruppen wie etwa Frauen über 70 und Männern über 80 Jahren raten Spezialisten grundsätzlich zu diesem Verfahren. „Bei dieser Methode lässt sich ein Bild und Profil mit Messwerten von den Bruchgefahrzonen wie Lendenwirbelsäule und Oberschenkelknochen sowie -hals erstellen“, beschreibt Moszko. In nur wenigen Minuten liefert die extrem strahlungsarme Methode hinweisende, jedoch keine beweisenden Ergebnisse. Erst in Kombination mit den Voruntersuchungen lassen sich genauere Aussagen treffen und gegebenenfalls geeignete Therapien einleiten. Alternativ geben auch eine bestimmte Form der Computertomografie der Lendenwirbelsäule, der Speiche oder des Schienbeins (QCT) sowie ein quantitativer Ultraschall der Ferse (QUS) Aufschluss über die Knochendichte. Da diese beiden Verfahren jedoch ungenauere Resultate als die DXA liefern, ziehen Mediziner sie lediglich als weitere Messkomponenten im Rahmen einer ganzheitlichen Basisuntersuchung hinzu. Darüber hinaus decken Röntgenbilder der Brust- und Lendenwirbelsäule osteoporotische Knochenveränderungen häufig gezielt auf. In diesem Fall liegt jedoch schon ein weit fortgeschrittener Knochenschwund um bis zu ein Drittel Knochenmasse vor, weshalb diese Untersuchung nicht als vorbeugende Maßnahme gilt.
Müde Knochen munter machen
Fallen Voruntersuchungen und Knochendichtemessung positiv aus, entscheiden Mediziner über geeignete Therapieverfahren, um den Knochenschwund einzudämmen und Brüche zu verhindern. Neben einer medikamentösen Behandlung, die eventuell vorhandene Schmerzen reduziert und knochenaufbauende Stoffe enthält, empfehlen Mediziner unterstützend eine Kalzium- und Vitamin-D-haltige Ernährung. Liegt bereits ein osteoporotischer Wirbelkörperbruch vor, kommen moderne Methoden wie etwa die Radiofrequenz-Kyphoplastie zum Einsatz. In lokaler Anästhesie führt der Mediziner hierbei eine schmale Kanüle unter Kontrolle in den behandlungsbedürftigen Wirbelkörper ein. Mithilfe eines feinen Instrumentes legt er darin gezielt kleine Hohlräume an. Zuvor mit Radiofrequenzenergie behandelter, zähflüssiger Zement gelangt nun vorsichtig in die vorbereiteten Stellen. Nach kurzer Zeit härtet er aus und stabilisiert den gebrochenen Knochen aktiv.