Akademie fuer Politische Bildung Tutzing

In idyllischer Umgebung entspannen sich hitzige Debatten über aktuelle politische Entwicklungen. Gerade Senioren schätzen die Akademie in Tutzingen. Foto: APB Tutzing

Die neue Unübersichtlichkeit ist das Kennzeichen der Welt im 21. Jahrhundert – jeden Tag werden wir damit aufs Neue konfrontiert: Wer kennt sich noch aus beim Euro, den permanenten Innovationen in der digitalen Welt, den diversen Krisen rund um den Globus?
Ein wenig Licht ins Dunkel bringen verschiedene Akademien mit ihren umfangreichen Bildungsangeboten. In Wochenendtagungen können Besucher ihre Kenntnisse auf den unterschiedlichsten Gebieten auffrischen – in angenehmer Umgebung, anregender Gesellschaft von Gleichgesinnten und zu moderaten Preisen. Eine schöne Möglichkeit, gerade für Senioren. In den Veranstaltungen der diversen Akademien und auch bei den Bildungshäusern der politischen Stiftungen macht die Generation 50plus einen großen Teil der Besucher aus, manchmal über 50 Prozent.
Eine dieser Bildungseinrichtungen ist die “Akademie für politische Bildung” in Tutzing am Starnberger See. Hier sind die Gäste für die Dauer der Tagungen in netten Einzelzimmern mit Dusche untergebracht. Das Thema eines beispielhaften Wochenendseminars, das wir uns einmal näher angeschaut haben, lautete: “Kranke Gesellschaft? Psychische Folgen von Ökonomisierung und Beschleunigung.” Es ging also um den viel benutzten und diskutierten Begriff des “Burnout”.
Vor der Tagung trinken die Gäste Kaffee im Foyer. Das dient dem Kennenlernen, erste Gespräche werden angeknüpft. Ob es nun die Hälfte oder ein bisschen mehr oder weniger sind: Über 50 Jahre sind viele Gäste und über 60 nicht wenige. Für die nächsten drei Tage werden die Teilnehmer von hochqualifizierten Referenten über das Thema “Burnout” informiert. Nach jedem Vortrag können Fragen gestellt und strittige Punkte diskutiert werden. Vor allem die Älteren unter den Teilnehmern beteiligen sich aktiv an den lebhaften Debatten. Nach der Tagung sitzen die Gäste in geselliger Runde um den Essenstisch, später dann im “Salon” bei einem Glas Wein und unterhalten sich weiter über das, was sie tagsüber gehört haben.
Warum kommen die Gäste in die Akademie? Eine Teilnehmerin, von Beruf Lehrerin, gibt zu, dass das tolle Ambiente natürlich “das Tüpfelchen auf dem i ist”. Aber sie käme zu so einem Thema auch, wenn es unter weniger schönen und bescheideneren Umständen ähnlich kompetent abgehandelt würde. Eine Diplom-Medizinpädagogin meint: “So eine Tagung hilft mir, besser durchzublicken.” Ein pensionierter, aber reaktivierter Studiendirektor erklärt schmunzelnd, er käme vor allem, um seine Kenntnisse anschließend an Bekannte weiterzugeben …
Werner vom Busch