Einfache Oberfläche, tolle Funktionalität: Free File Sync. Foto: Blattwerkstatt

In manchen Computerläden stehen sie zur Dekoration: externe Festplatten, die irgendwann ihren Geist aufgegeben haben. Dann stürzen ihre Besitzer in die Läden und flehen darum, dass die Daten wiederhergestellt werden – schließlich handelt es sich oft um die einzigen Erinnerungen toller Urlaubstage, um unersetzliche Papiere oder ähnlich Wichtiges. Doch oft bleibt das (teure) Bemühen der IT-Spezialisten vergeblich: Die Daten sind unrettbar verloren. Der schmerzliche Verlust hätte sich vermeiden lassen können, wenn die Betroffenen fleißig gesichert hätten. Nur wie? Unser Magazin66 hat einen verlässlichen, kostenlosen und einfachen Weg gefunden, seine Daten zu sichern.
Voraussetzung für unsere Sicherung ist mindestens eine externe Festplatte. Auf diese Platte sichert man in regelmäßigen Abständen eine Kopie der zu sichernden Daten – meist ja von der eingebauten Festplatte des eigenen PC. Die Größe der externen Festplatte richtet sich nach der Menge an Daten: In den meisten Fällen reicht eine 1-Gigabyte-Platte aus. Wir empfehlen eine externe Platte ohne eigenen Stromanschluss, idealerweise mit USB 3.0 – dann geht’s schneller, wenn ein solcher Anschluss auch am PC vorhanden ist.
Für die Datensicherung benutzen wir die Freeware „Free File Sync“. Das ist ein sehr kleines, kostenloses Programm, das einfach schaut, wo die Unterschiede zwischen den beiden Datengruppen liegen. Ergänzt werden auf die externe Platte dann automatisch nur die Daten, die dort vorher nicht vorhanden waren. Außerdem wird auf der externen Platte auch getilgt, was auf der internen Platte auch getilgt worden war. Man erhält also ein echtes Duplikat, ohne dass man alle Daten stundenlang kopieren müsste.
Die Einstellungen des Programms sind sehr übersichtlich. Man legt in einem linken Fenster die interne Festplatte fest, im rechten Fenster die externe Festplatte. Dann stellt man rechts einen Modus ein, dazu benutzen wir „Aktualisieren“. Dann lässt man die beiden Mengen vergleichen. Schließlich geht man rechts oben auf „Synchronisieren“, erhält noch einmal eine Auflistung der links (sollte 0 sein) und rechts die der zu ändernden Dateien – fertig. Die Dauer des Prozederes hängt natürlich von den zu ändernden Daten ab. Unsere täglich geänderte Datenmenge beispielsweise liegt zwischen 25 und 500 Megabyte, die Gesamtgröße der Daten bei 400 Gigabyte. Für eine solche Ergänzung braucht „Free File Sync“ etwa zwei Minuten zum Vergleichen und eine Minute fürs Synchronisieren.
Die einzige Tücke der Software liegt aus unserer Sicht in einem Knopf in der Mitte der beiden Fenster: Damit lassen sich die beiden Hälften per Knopfdruck vertauschen. Die Gefahr liegt nun darin, dass jemand versehentlich diesen Knopf drückt – und dann trotzdem synchronisiert. Damit vernichtet er die neuen Daten dann selbst. Warum der Programmierer einen solchen Knopf eingebaut hat, wissen wir nicht – uns scheint er gefährlich zu sein. Wir nutzen das Programm trotzdem, allerdings im Wissen darum, dass der Benutzer immer noch der übelste Feind seiner eigenen Datensicherung ist.
Stefan Brunn