Mit 100 zwar nicht mehr auf Berggipfel klettern wie mit 80, aber doch deutlich fitter könnten Hundertjährige bei besserer Prävention sein. Foto: Rainer Oettel / epd

Mit 100 zwar nicht mehr auf Berggipfel klettern wie mit 80, aber doch deutlich fitter könnten Hundertjährige bei besserer Prävention sein. Foto: Rainer Oettel / epd

Gerontologen der Universität Heidelberg haben in der zweiten Heidelberger Hundertjährigen-Studie die gesundheitlichen Probleme von Hochaltrigen in Deutschland ausgewertet Die Ergebnisse der Auswertung wurden im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. Ein wesentliches Ergebnis ist, dass ich mit Präventivmaßnahmen die Lebensqualität von Hundertjährigen verbessern ließe.

Hundertjährige in Deutschland leiden häufig unter Schmerzen und sind vor allem durch Hör- und Seheinschränkungen sowie Mobilitätsprobleme gesundheitlich beeinträchtigt. Mit einem optimierten Krankheitsmanagement im Schmerzbereich sowie Präventivmaßnahmen etwa bei Gangsicherheit, Gleichgewichtssinn und Beweglichkeit könnte ihre Lebensqualität verbessert werden. Dieses Fazit ziehen Gerontologen der Universität Heidelberg.

Die Ergebnisse der Auswertung zeigen, dass sehr alte Menschen mit durchschnittlich fünf akuten oder chronischen Erkrankungen gesundheitlich stark belastet sind. Fast alle deutschen Hundertjährigen litten unter Hör- und Seheinschränkungen. Am zweithäufigsten lagen Mobilitätsprobleme vor, wobei mehr als 70 Prozent der Befragten von mindestens einem Sturz seit ihrem 95. Lebensjahr berichteten. Danach folgen Erkrankungen des Bewegungsapparats und Arthritis.

Potenziell lebensgefährliche Krankheiten wie Schlaganfall oder Krebs kamen eher selten vor – eine Ausnahme bilden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, unter denen etwa zwei Drittel der Hundertjährigen leiden. Über häufige Schmerzen klagte ein Drittel der Befragten, 36 Prozent gaben eine Schmerzintensität an, die höher als „erträglich“ war.

„Die Tatsache, dass eine beträchtliche Anzahl der Hundertjährigen an Schmerzen leidet, ist besorgniserregend und verdient mehr Aufmerksamkeit“, betonen die Wissenschaftler. Unklar ist nach ihren Worten, ob die behandelnden Ärzte nicht ausreichend über die Schmerzen informiert sind oder ob Medikamente nicht richtig wirken. Es sei wichtig, dass Ärzte in diesem Bereich gezielt nachfragten.

Um die Mobilität der Hochaltrigen zu verbessern, schlagen die Wissenschaftler präventiv eine frühzeitige Stärkung der Fitness über gezielte Programme vor. Außerdem sollten Hörgeräte und Brillen häufiger kontrolliert werden.