So wie Patenoma Reinhild aus Osnabrück üben viele über 60-Jährige ein Ehrenamt aus. Foto: epd

So wie Patenoma Reinhild aus Osnabrück üben viele über 60-Jährige ein Ehrenamt aus. Foto: epd

Wer ehrenamtlich in einem Verein oder Verband mitarbeitet, weitet sein Engagement meist nach dem 40. Geburtstag deutlich aus. Das hat eine Studie des Europäischen Instituts für Sozioökonomie herausgefunden. Der ursprüngliche Verein profitiert von dem zusätzlichen Einsatz allerdings kaum, da sich viele ältere Freiwillige neue Betätigungsfelder suchen. Deshalb empfiehlt die Studie, dass sich Vereine und Verbände stärker um die Bindung älterer Mitglieder kümmern sollten. Für die Studie wurden mehr als 1.300 ehrenamtlich engagierte Personen befragt.
Die Wissenschaftler begründen das zunehmende Engagement älterer Freiwilliger mit dem Wunsch, persönlichen Interessen stärker nachzugehen. Diese werden aus Zeitgründen während der ersten Berufs- und Karrierephase oder der Familiengründung oft vernachlässigt, erklärt VoluNation, das Expertenportal für weltweite Freiwilligenarbeit.
Ältere Freiwillige sind für Vereine besonders wichtig. Sozialwissenschaftler der Universitäten Halle und Oldenburg fanden heraus, dass sich zwei Drittel der Über-40-Jährigen regelmäßig und kontinuierlich engagieren. Jüngere Freiwillige bevorzugen die Mitarbeit in zeitlich befristeten Projekten. Auch die persönlichen Motive für den uneigennützigen Einsatz ändern sich ab 40. Ältere Freiwillige begründen ihre Tätigkeit deutlich häufiger als jüngere damit, der Gesellschaft etwas zurückgeben und anderen helfen zu wollen.