Egal, ob zu Luthers Zeiten oder heute: Über Geld zu verfügen, macht vielleicht nicht glücklich, beruhigt aber doch ungemein. Foto: epd

Egal, ob zu Luthers Zeiten oder heute: Über Geld zu verfügen, macht vielleicht nicht glücklich, beruhigt aber doch ungemein. Foto: epd

Der neue Report Altersdaten zum Thema „Haushaltbudgets der Bevölkerung im Ruhestand wurde vor kurzem veröffentlicht. Verglichen werden zum einen Haushalte von Rentenbeziehenden in Ost- und in Westdeutschland und zum anderen von Renten- und von Pensionsbeziehenden in Westdeutschland. Ebenso wird die spezifische Situation Alleinlebender betrachtet. Das Budget der privaten Haushalte steht in seiner Gesamtheit als Bilanz von Einnahmen und Ausgaben im Mittelpunkt der Analysen. Diese basieren auf Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) sowie auf Daten des Deutschen Alterssurveys.
Einige ausgewählte Befunde belegen zum Beispiel:
* Der Abstand der Alterseinkommen ist zwischen westdeutschen Personen mit Pensionsbezügen und westdeutschen Personen mit Rentenbezügen um ein Vielfaches größer als die Differenz der Alterseinkommen zwischen Rentenbeziehenden beider Teile Deutschlands: Während die Hälfte der westdeutschen Personen mit Pensionsbezügen ein monatliches Äquivalenzeinkommen von mindestens 2.893 Euro hat, liegt diese Schwelle für Rentenbeziehende im Früheren Bundesgebiet bei 1.683 Euro, in den Neuen Ländern bei 1.449 Euro.
* Insgesamt erreichen die Alterseinkommen ostdeutscher Rentnerinnen und Rentner nur 71 Prozent der vergleichbaren Einkommen in Westdeutschland, obwohl die monatlichen Zahlbeträge der Gesetzlichen Rentenversicherung in Ostdeutschland höher sind als im Westen. Ein Grund dafür ist die breitere Basis der Alterseinkommen westdeutscher Rentnerinnen und Rentner: Zwei Drittel stammen aus öffentlichen Transferzahlungen wie gesetzlichen Renten, Renten der gesetzlichen Unfallversicherung, Wohngeld, Pflegegeld und Grundsicherung im Alter. Ein Drittel speist sich aus betrieblicher und privater Altersvorsorge sowie aus Vermögensbeständen. Die Alterseinkünfte ostdeutscher Rentnerinnen und Rentner bestehen dagegen zu 85 Prozent allein aus staatlichen Transfers.
* Nach Abzug der Sozial- und Steuerabgaben verbleiben 93 Prozent vom Bruttoeinkommen als ausgabefähiges Einkommen. 80 bis 90 Prozent davon fließen in den privaten Konsum. Mehr als die Hälfte wird für die Grundbedürfnisse Wohnen, Ernährung und Bekleidung ausgegeben. Knapp drei Prozent der Alterseinkommen werden gespart. Der Rest wird für nicht-konsumtive Zwecke wie Beiträge für freiwillige Versicherungen, Spenden, Mitgliedsbeiträge und Zinsen aufgewendet.
* Die Konsumausgaben unterscheiden sich in Abhängigkeit vom verfügbaren Einkommen. Letzeres beträgt netto,2.218 Euro nach den Angaben des Reports. Legt man hingegen die Zahl des im letzten Jahr erschienen “Altersicherungsberichts” der Bundesminsteriums für Arbeit und Soziales (BAMS) zugrunde, so können Rentner über 65 Jahre im Durchschnitt  1..818 Euro netto verfügen.  Für ein Ehepaar 65plus ergibt sich danach ein Nettoeinkommen von 2.433 Euro. Alleinstehende Frauen über 65 Jahren haben mit durchschnittlich 1.292 Euro weniger Geld zum Ausgeben als ihr  männliches Pendant mit 1.560 Euro.
Zwölf Prozent der alleine lebenden Rentner und RentnerInnen meinen, dass ihr Geld für die Erfüllung ihrer Bedürfnisse nicht ausreicht.
http://www.dza.de/fileadmin/dza/pdf/Gerostat_Report_Altersdaten_Heft_1_2013.pdf – Der aktuelle Report Altersdaten online
http://www.dza.de/fileadmin/dza/pdf/Gerostat_Report_Altersdaten_Heft_1_2013.pdf
Renten- und Altersicherungsbericht des Bundesministeriums für Soziales und Arbeit (BAMS): http://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/rentenbericht-28-11-2012.html
Kontakt:
Elke Hoffmann
Deutsches Zentrum für Altersfragen
Informationssystem GeroStat
www.dza.de, www.gerostat.de
Quelle: Stefanie Hartmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Zentrum für Altersfragen