Der Garten der Frauen am Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg ist eine besondere Gedenkstätte. In der ARD-Themenwoche geht es um die vielfältigen Formen, sich mit dem Sterben auseinander zu setzen. Foto: epd

Wie gehen wir mit dem Sterben und dem Tod um? Dieser Frage widmet sich die ARD vom 17. bis 23. November 2012 bundesweit in allen Medien. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) ist in diesem Jahr, gemeinsam mit dem MDR, federführend für diese Themenwoche und greift das Thema in seinen unterschiedlichen Facetten im Fernsehen, im Radio und im Internet auf. Im folgenden gibt es einen Überblick über die Themenvielfalt. Von der Sendung mit der Maus bis zum Satireprogramm reicht das Spektrum von Sendungen, die aus diesem Anlass gezeigt werden und die diese eine Botschaft haben: Der Tod gehört zum Leben. Ein Informationsangebot fidnet sich im Internet unter diesem Link. Hier ist Gelegenheit, die eigenen Gedanken zum Sterben aufzuschreiben.
rbb-Produktionen für Das Erste
“Zeit der Trauer – allein weiterleben” 18. November 2012, 17.30 Uhr
Der Tod kam schneller als ihn die Ärzte prognostiziert hatten. Im März dieses Jahres stirbt die langjährige Lebensgefährtin von Helma Döbbeling an Magenkrebs. Die renommierte Filmemacherin Christel Sperlich hat die Trauernde dabei begleitet, wie sie versucht ohne ihre Partnerin weiterzuleben, nach Monaten der Pflege den Schmerz zuzulassen und zugleich das Leben wieder lieb zu gewinnen.
“Tatort: Dinge, die noch zu tun sind” 18. November 2012, 20.15 Uhr
In Berlins Partyszene ist die synthetische Droge “Heaven” besonders angesagt. Da wird der Hersteller der Droge, Christoph Gerhard (Stefan Kreißig), tot aufgefunden. Die Ermittler Till Ritter (Dominic Raacke) und Felix Stark (Boris Aljinovic) übernehmen den Fall und werden dabei von Melissa Mainhard (Ina Weisse) unterstützt, die ihnen als erfahrene Drogenfahnderin zur Seite steht. Wer macht nach dem Tod Gerhards die Geschäfte mit der Droge? Die Kommissare kommen noch einem ganz anderen Geheimnis auf die Spur: Melissa ist unheilbar krank.
“Nuhr am Leben” Von und mit Dieter Nuhr 19. November 2012, 22.45 Uhr
Für die ARD-Themenwoche hat Dieter Nuhr mit “Nuhr am Leben” ein spezielles Satireprogramm entwickelt, denn für ihn lässt sich – wie so vieles, was unfassbar schrecklich ist – auch der Tod nur mit Humor ertragen. “Ich will den Tod auslachen, vielleicht ist er dann beleidigt und kommt nicht wieder. Man sollte über den Tod als Teil des Lebens nachdenken, und ich will beweisen, dass man deshalb nicht gleich schlechte Laune kriegen muss.” Dieter Nuhr thematisiert in seiner unverkennbaren satirischen Art die Auseinandersetzung mit dem Thema “Sterben und Tod”.
“Reisen ins Jenseits – Einmal um die ganze Welt” 19. November 2012, 23.30 Uhr
Die Reportage zeigt Sterbe-, Beisetzungs- und Trauerrituale verschiedener Kulturen in der Metropole Berlin. Die Autoren haben Trauernde aus Mexiko, Vietnam und Ghana begleitet. Was bleibt, wenn die alten in der Heimat sterben und die Kinder schon längst weg sind? Was übernehmen wir von anderen Beerdigungsritualen?
Im rbb Fernsehen
“Berliner Gespräch” 15. November 2012, 22.45 Uhr
Das “Berliner Gespräch” bildet den Auftakt der ARD-Themenwoche. Über den Umgang mit Sterbenden und die palliativmedizinische Versorgung in Deutschland diskutiert Moderator Jörg Thadeusz u. a. mit Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, Gernot Kiefer von der zentralen Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland (GKV) und der Palliativmedizinerin Petra Anwar. Der BAP-Sänger Wolfgang Niedecken spricht darüber, wie der Schlaganfall sein Leben verändert hat. Inforadio sendet das “Berliner Gespräch” am 17. November von 14.05 Uhr bis 15.00 Uhr. Erstausstrahlung: Phoenix, 15. November, 22.00 Uhr.
“In Frieden sterben dürfen – Der Traum des Michael de Ridder” 17. November 2012, 18.00 Uhr
Dr. Michael de Ridder ist dem Tod mehr als tausend Mal begegnet. 15 Jahre fuhr er im Notarztwagen, 18 Jahre leitete er die Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses, davon die letzten Jahre als Chefarzt. Statt mit 65 Jahren in Rente zu gehen, wollte er seine Vorstellungen für ein würdevolles Sterben in die Tat umsetzen. In Berlin Tempelhof baut er ein Hospiz auf und stellt sich der neuen Herausforderung er will nicht mehr um jeden Preis Leben retten, sondern den Menschen ein friedliches Sterben ermöglichen.
“Hallo Tod!” 19. November 2012, 11.05 Uhr, 20. November 2012, 10.50 Uhr und 11.05 Uhr
“Hallo Tod!” setzt sich anschaulich und kindgerecht mit dem Thema Sterben auseinander und erklärt in Animationsfilmen mit der Figur “Knietzsche”, wie Menschen mit dem Tod umgehen und welche Vorstellungen sie sich von der Zeit danach machen. Ein rbb-Team wirft einen Blick in andere Kulturen und auf deren Umgang mit dem Thema Tod, z. B. in Nepal, Ghana, Mexiko. Moderator Marc Langebeck gibt Literaturtipps für Kinder und Jugendliche.
“THADEUSZ” 20. November 2012, 22.15 Uhr
Jörg Thadeusz hat in seinem Talk “THADEUSZ” den deutschen Filmregisseur Rosa von Praunheim zu Gast und spricht mit ihm über das “Leben mit dem Tod”.
“Augen auf : Augen zu” 20. November 2012, ab 23.00 Uhr
Der rbb präsentiert zehn Kurzfilme der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF). Da ist beispielsweise das Berliner “Friedhofscafé Finovo”, ein Ort zum Aufwärmen und zum Reden oder die Pathologie der Charité, wo der Fotograf Rudolf Schäfer vor Jahren Porträts von Toten aufgenommen hat. Seine Bilder zeigen Schlafende, Kinder und Alte. “Schlafen, Augen zu machen und …tot sein”. Mit Kindern wird meist nicht über den Tod geredet, aber dennoch wissen sie, dass alle sterben müssen – auch ihre Eltern, auch sie selbst. Filmische Animationen kommentieren das Nachdenken von Kindern über den Tod. So unterschiedlich die Geschichten sind, so faszinierend sind die filmischen Erzählweisen zum Thema Tod: Von der Animation bis zum dokumentarischen Essay.
“rbb Praxis” 21. November 2012, 20.15 Uhr
Die “rbb Praxis” beschäftigt sich in einer Reportage mit “Sternenkindern”. Das sind Kinder, die ohne Lebenszeichen und unter 500 Gramm auf die Welt kommen. Seit Mai 2012 haben Eltern die Möglichkeit, eine Geburtsurkunde und eine Sterbeurkunde zu erhalten und somit ihr Kind auch bestatten zu lassen. Die Autorin Sybille Seitz hat eine Mutter begleitet.
Auch die Nachrichtensendungen des rbb, die “Abendschau” und “Brandenburg aktuell”, widmen sich der ARD-Themenwoche mit aktuellen Reportagen und Portraits. Das Vorabendmagazin “zibb” fragt in der Wochenserie “Was bleibt…” nach den Erinnerungen von Familien und Freunden inzwischen verstorbener Menschen, die “zibb” begleitet hat.
Im Radio

Inforadio
“Forum” 18. November 2012, 11.05 Uhr
Inforadio sendet die Gesprächsrunde “Forum”, die in der Gedächtniskirche in Berlin aufgezeichnet wurde. Über den Umgang mit Sterben und Endlichkeit einer pluralen Gesellschaft diskutieren u. a. Margot Käßmann und Dr. Stefanie Graefe vom Institut für Soziologie der Universität Jena.
radioBerlin 88,8
“Ein Tag mit Margot Käßmann” 19. November 2012
Die Berliner Landeswelle des rbb stellt den gesamten Tag unter das Motto “Ein Tag mit Margot Käßmann”. Die Hörerinnen und Hörer können ihre Fragen an die Patin der ARD-Themenwoche stellen. Von 19.15 Uhr bis 21.30 Uhr ist die Theologin live zu Gast im Studio.
Kulturradio
“Der Wandel der Begräbniskultur” 19. November 2012, 19.04 Uhr
Wer ohne eigene Mittel stirbt und keine Angehörigen hat, wird nach strikten Verwaltungsvorgaben bestattet. Doch welche Gaben, welche Riten stehen einem Verstorbenen in diesem Fall zu? Was macht seine Würde aus? Wie spiegelt sich der gesellschaftliche Wandel im Konflikt zwischen Ämtern, Bestattern, Kirchen und Hinterbliebenen?
Kulturradio
“Wer den Tod fürchtet, hat das Leben verloren” 20. November 2012, 19.04 Uhr
Die Kinderärztin Monika Führer begleitet todkranke Kinder bis zum Schluss und sorgt mit ihrem Team dafür, dass sie zu Hause in ihrem eigenen Bett im Kreise ihrer Familie sterben können. Als erste Professorin für Kinderpalliativmedizin in Europa setzt sich die 48-Jährige dafür ein, dass schwerstkranke Kinder besser betreut werden und das Fach Kinderpalliativmedizin akademisch verankert wird.
Fritz
Thema: Umgang mit dem Tod 20. November 2012
Fritz porträtiert eine junge Frau, die über sechs Jahre lang Abschied von ihrem Vater nahm. Bei den “Radiofritzen am Nachmittag” (15.00 – 19.00 Uhr) ist ein Porträt über den Bruder von Giuseppe M. zu hören, der 2011 nach einer Hetzjagd auf dem Kaiserdamm überfahren wurde. Im “Bluemoon” (22.00 – 23.00 Uhr) können Hörerinnen und Hörer ihre Wünsche für die eigene Grabinschrift mitteilen.
Fritz
Thema: Digitales Vermächtnis 21. November 2012
Die “Radiofritzen am Morgen” (5.00 – 10.00 Uhr) beschäftigen sich mit der Frage: Was geschieht nach dem Tod mit meinem Facebook-Profil?
Radioeins
Hörspiel “Happy End” 18. November 2012
Radioeins sendet über den ganzen Tag verteilt das 20-teilige Hörspiel “Happy End”: Rebekka Blum wird bald 30 Jahre alt, zu allem Überfluss erscheint ihr Angelina Jolie, die ihr verkündet, sie habe nur noch 20 Tage zu leben. Vor dem “Amt für finale Angelegenheiten” erhebt sie Einspruch.
Antenne Brandenburg
“Der letzte Weg in Brandenburg” 25. November 2012, 21.03 Uhr
Viele scheuen sich davor, unbefangen an die eigene Vergänglichkeit zu denken. Dabei kann das durchaus interessant sein. Antenne-Service-Redakteurin Susanne Selbmann besucht ganz normale klassische Friedhöfe, einen Ruheforst und einen Bestatter. Sie spricht mit dem Betreiber von Trauerportalen im Netz und mit einer Kulturwissenschaftlerin, die die Begräbniskultur in der DDR erforscht hat.
Im Internet
Unter www.rbb-online.de/themenwoche2012 finden sich ausgewählte Videos und Audios aus den rbb-Programmen, Serviceinformationen rund um das Thema Tod und Sterben und Veranstaltungshinweise zur ARD-Themenwoche 2012.http://web.ard.de/themenwoche_2012/