Demnächst vielleicht von der EU finanzierter Urlaub. Foto: epd

Die Spanier machen es schon: Sie subventionieren die Gäste, die in den Hotels der iberischen Halbinsel in der Nebensaison nächtigen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Einerseits bekämen die Hoteliers in Zeiten voll, in denen sonst eher nix los ist, andererseits lassen die Touristen Geld im Land, von dem dann der Staat über gezahlte Steuern Geld in die klammen Kassen bekommt.
Anknüpfend an diese Praxis machte jetzt der EU-Kommissar Antonio Tajani den Vorschlag, diese Subvention doch auf alle 27 EU-Staaten auszudehnen. Nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber verriet er dann seinem Plan der Financial Times Deutschland.  Vorteile von seinem Vorschlag hätten nicht nur Italien, Griechenland oder eben Spanien – also alles Länder, in denen das Klima im Herbst und auch manchmal im Winter mit angenehmen Tempreraturen aufwarten können. Auch Deutschland profitiere davon, da es einerseits zentral gelegen sei, andererseits über ein sehr gute touristische Infrastruktur verfügen und last but not least im Frühling und Herbst ebenfalls angenehme Tempreraturen aufweise.
Die Idee des EU-Kommisars sieht auch vor, dass von Hitze geplagte Ältere aus dem Süden nach Nordeuropa fahren. Ob dies, angesichts der Währungs- und Finanzprobleme der Südländer aber nicht Makulatur bleibt, muss sich erst erweisen.
 
Antonio Tajani ist 1953 in Rom geboren, gehört der rechtskonservativen Pollo della Liberta (ehemal Berlusconi) an, war Gründer von Forza Italia und ist seit 2008 EU-Kommisar für Verkehr. Seit 201o ist er Kommisar für Unternehmen und Industrie. Dazu gehört der Bereich Tourismus. Er ist auch Vizepräsident der Europäischen Kommision.