Bei Hallux Valgus handelt es sich um eine Fehlstellung der Großzehe. Diese wird im Lateinischen als Hallux bezeichnet, sodass sich der Name leicht herleiten lässt. Diese auch als Frostballen oder Ballengroßzehe bekannte Krankheit trifft vorwiegend Frauen und fängt manchmal bereits in der Kindheit an. Die große Zehe knickt bei dieser Fehlstellung im Grundgelenk über die gewöhnliche Zehenstellung hinaus, wobei die Spitze allerdings nach innen zeigt.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Was sind die möglichen Ursachen?
Hallux Valgus wird durch eine Schwäche des Bindegewebes verursacht. Zusätzlich ist ein Spreizfuß ein Auslöser dafür, dass es zu dieser Fehlstellung der großen Zehe kommen kann. Beides ist auch auf erbliche Faktoren zurückzuführen. Als Hauptgrund für das Entstehen des Hallux Valgus ist das Tragen von hochhackigen und häufig zu engen Schuhen verantwortlich. Aber auch zu langes Stehen und Laufen in vorne zu spitz zulaufenden Schuhen gilt als Ursache. Ebenso kann Übergewicht diese unnatürliche, stark abgewinkelte Position der Großzehe begünstigen.

Wie lässt sich diese Fehlstellung vorbeugen oder lindern?
Ob nun bereits Beschwerden bestehen oder jemand nur das Auftreten dieser Fehlstellung verhindern möchte, in jedem Fall ist passendes Schuhwerk anzuraten. Bequeme Schuhe sind eine Grundvoraussetzung, um einerseits dem Auftreten von Hallux Valgus vorzubeugen, andererseits aber auch, um Schmerzen zu lindern. Als konservative Therapie ist bequemes Schuhwerk in jedem Fall anzuraten, im Idealfall ohne Absätze und mit flacher Sohle. Es ist wichtig, dass der Fuß ausreichend Stabilität hat, insbesondere an der Seite.
Die Schuhe sollten so gewählt werden, dass der Fuß nicht nur von der Länge her gut Platz hat, sondern auch in der Breite nicht eingeengt wird. Sehr zu empfehlen sind daher dehnbare Schuhe, in denen sich der Fuß wohl fühlt. Vorbeugend und lindernd wirken sich auch Barfußlaufen sowie Fußgymnastik aus. Dadurch wird die Fußmuskulatur gestärkt, sodass dieser Bindegewebsschwäche an der Großzehe gut entgegengewirkt wird.

Hallux Valgus behandeln
Abhängig von der Ausprägung der Fehlstellung ist die Art der Behandlung, die dafür notwendig ist. Handelt es sich nur um eine leichte Fehlstellung, zeigen die vorbeugenden Maßnahmen gute Erfolge, um Schmerzen zu lindern. Um der Erkrankung konkret entgegen zu wirken, werden sogenannte Nachtlagerungsschienen angelegt. Diese bringen die Großzehe in ihre natürliche Position. Mit Abstandshaltern aus Schaumstoff, die zwischen die ersten beiden Zehen geklemmt werden, lassen sich Schmerzen ebenso lindern wie die Ursache behandeln. Unterstützend zu dieser Behandlung zeigen Aussparungen am Schuh und Ballenpolsterungen gute Erfolge. Diese Maßnahmen führen allerdings nur zur Linderung, nicht aber zu einer vollständigen Heilung der Fehlstellung.

Operativer Eingriff
Ist der Hallux Valgus bereits sehr fortgeschritten und tritt auch ein erheblicher Gelenkverschleiß auf, lässt sich eine Operation meistens nicht umgehen. Dabei stehen den Chirurgen je nach Schweregrad der Erkrankung verschiedene Operationsmöglichkeiten zur Verfügung. Auch wenn die Methoden unterschiedlich sind, so haben alle eines zum Ziel: die Beschwerdefreiheit des Patienten sowie die Großzehe in ihren normalen anatomischen Zustand zu bringen.

Vor- und Nachteile einer Operation

  • Beschwerdefreiheit nach erfolgreicher Operation
  • Großzehe ist begradigt
  • Bewegungsfreiheit
  • Komplizierte Operation, da ein Gelenk korrigiert werden muss
  • Die vollständige Heilung dauert vier bis sechs Wochen
  • Meistens ist auch die Korrektur des Mittelfußknochens notwendig

Wie jede Operation ist auch diese mit gewissen Risiken verbunden. Daher ist es
empfehlenswert, sich gut über die Behandlung von Hallux Valgus zu informieren und
eventuell konservative Behandlungsmethoden vorzuziehen.

Fazit

Der Zehenfehlstellung Hallux Valgus liegen erbliche Faktoren ebenso zugrunde wie Spreizfüße, zu enge Schuhe, zu langes Laufen in hochhackigen Schuhen sowie vorne spitz zulaufendes Schuhwerk. Schuhe mit einer optimalen Passform, die dehnbar sind und dem Fuß ausreichend Platz geben, helfen dabei, dieser Fehlstellung vorzubeugen und eventuell bereits auftretende Beschwerden zu lindern. Fußgymnastik, Barfußlaufen und das Tragen einer speziellen Nachtlagerungsschiene helfen dabei, die Fußmuskulatur zu stärken und die Zehe wieder in ihre natürliche Position zu bringen.

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