Das hätte die Postbank gerne, den bequemen Kunden- Foto: epd

Das hätte die Postbank gerne, den bequemen Kunden- Foto: epd

Vorspiel:

Wir erinnern uns: 2009 war es,  als Finanztest aufdeckte, dass die Postbank Rentner/innen Bausparverträge andrehte, die so gestrickt waren, dass die Kunden mindestens 100 Jahre alt hätten werden, dass sie in den Genuss von Ausschüttungen gekommen wären. ‘Die Begründung damals: Schlecht ausgebildete Berater/innen hätten ihr das eingebrockt.

Hauptspiel:

Und jetzt trifft die Postbank mit der angekündigten Neuregelung schon wieder die Älteren? Begründet wird die Erhebung von Gebühren in Höhe von 99 Cent pro Papierüberweisung jetzt mit der Wirschaftlichkeit bzw. Untwirtschaftlichkeit solcher Kontomodelle, weil diese mit der Hand bearbeitet werden müssen. Nun ist es wohl ein Tatsache, dass davon eher ältere Kund/innen betroffen werden, als Jüngere. Der Vorschlag der Post im selben Schreiben, aufs Onlinebanking oder auf telefonische Überweisungen auszuweichen, jedenfalls lässt diesen Schluss nicht unwahrscheinlich erscheinen. Hinzu kommt, dass beide Verfahren nicht unbedingt sicher sind.

Auch der Preis, den die Postbank pro Überweisung erhebt, ist nicht ganz ohne: Gerade Sparkassen oder Volksbanken versuchen, wie die Postbank, das lästige Papiergeschäft loszuwerden, weil die Arbeit per Hand kostet. Auch sie verlangen dafür Geld, bei weitem aber nicht so viel wie die Postbank. Sie liegt damit eindeutig an der Spitze. Das hat den betroffenen Banken auch ein Urteil des Bundesgerichtshof eingebracht, der es für rechtlich nicht zulässig hält, dass Banken für für Buchungen keinen einheitlichen Preis erheben dürfen. Freundlicherweise räumt die Postbank ihren Kund/innen in selbigem Brief zwar das Recht auf Widerspruch ein. Was dann passiert steht in den Sternen – Kündigung des Kontos durch die Postbank nicht ausgeschlossen.

Bei den Hintergründen über diese Maßnahme kann man nur spekulieren: Einerseits spielt die Mehrheitseignerin der Postbank, die Deutsche Bank (52%) darin sicher eine Rolle. Andererseits weist eine Kommentarin Rosmarin darauf hin, dass die Postbank eine Vorreiterrolle bei der automatisierten Verarbeitung von Belegen spielt. Darüber hinaus ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass die Verarbeitung von Belegen lästig ist und – wie beim Online-Banking – am besten gleich vom Kunden selbst erledigt werden soll.

Was kann man tun:

– widersprechen, mit der Gefahr, dass die Postbank das Konto kündigt

– der Postbank die Gebühren nur unter Vorbehalt zahlen und hoffen, dass ein Gericht die Praxis der Postbank kippt

– die Bank wechseln. Wie das geht erfährt man bei Bankwechsel.de Krötenwanderung- Jetzt.