Auch in manchen Krankenhäusern wird Patienten ein solcher Service geboten. Foto: epd

Auch in manchen Krankenhäusern wird Patienten ein solcher Service geboten. Foto: epd

Wer es nicht mehr in die Bücherei schafft, kann in vielen Großstädten einen ehrenamtlichen Bücherboten bestellen. Interesse an diesem Service zeigen jetzt auch die Kommunen: 2014 haben zahlreiche kleinere Städte und Gemeinden einen Bücher-Lieferdienst ins Leben gerufen.

Besonders viele Bücherboten engagieren sich aktuell in den Hamburger Bibliotheken, wie das Expertenportal für weltweite Freiwilligenarbeit VoluNation mitteilt. Rund 170 Freiwillige versorgen hier bereits seit mehreren Jahren ihre Leser. In Städten wie Dresden gibt es derzeit 85, in Chemnitz 11 und in Bielefeld 10 Bücherboten. Seit vergangenem Jahr bringen Bücherboten unter anderem in den niedersächsischen Orten Norden und Seevetal sowie Dossenheim in Baden-Württemberg Romane, CDs oder DVDs in die eigenen vier Wände und lesen auf Wunsch auch vor.

In den Nachbarländern findet das Modell bereits Nachahmer, wie etwa im dänischen Tondern. Besonders erfolgreich war das im Herbst 2013 gestartete Bücherboten-Projekt in der österreichischen Stadt Graz: Hier meldeten sich so viele Freiwillige, dass ein Aufnahmestopp beschlossen wurde. Bewerbungen von Bücherboten werden zurzeit nicht angenommen.

Viele Bücherboten-Projekte sind in Zusammenarbeit von Senioren- oder Behinderten-Beiräten mit den örtlichen Büchereien entstanden. Gefördert wird das Interesse an Bücherboten durch die sinkende Zahl mobiler Fahrbibliotheken. Seit den 1990er Jahren gibt es immer weniger Bücherbusse, die abgelegene Stadtteile oder Gemeinden mit Lesestoff versorgen.

Bei den Bücherboten wird auf langfristige Mitarbeit Wert gelegt. Nach Möglichkeit sollen die Nutzer einen festen Stamm-Boten haben, so dass sich ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis entwickeln kann. Das dürfte bei den Bücherboten nicht schwer fallen: Nach Angaben des Bibliotheksverbands ist ehrenamtliche Arbeit in Büchereien sehr beliebt. Nach einem Jahr sind 93 Prozent der Freiwilligen noch dabei.